Login
Zollstreit

EU-Vergeltungszölle auf US-Agrarprodukte wahrscheinlich

Containerschiff
Thumbnail
Anke Fritz, agrarheute
am
04.06.2018

Seit dem 1. Juni gelten US-Zölle auf Stahl- und Aluminium-Importe auch für die Europäische Union. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigt Gegenmaßnahmen an.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat den Vereinigten Staaten mit Gegenmaßnahmen gegen die ab dem 1. Juni gültigen Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Europäischen Union gedroht.

Bereits im März hatte Brüssel erklärt, im Fall entsprechender Handelsbeschränkungen Washingtons mit Gegenzöllen auf Agrarprodukte und Lebensmittel aus den USA zu reagieren. Juncker sowie seine Handelskommissarin Cecilia Malmström kündigten zudem an, vor der Welthandelsorganisation (WTO) Beschwerde gegen die US-Zölle einzulegen.
 

US-Agrarimporte im Wert von 350 Mio Euro betroffen

Wann es allerdings zu den Gegenmaßnahmen kommt, ließ die EU-Kommission offen. Laut der von ihr im März dieses Jahres vorbereiteten Liste wären von den Vergeltungsmaßnahmen US-Agrarimporte im Gesamtwert von jährlich etwa 350 Mio Euro sowie Einfuhren verarbeiteter Lebensmittel für gut 600 Mio Euro betroffen.

Von den im Einzelnen gelisteten Agrarprodukten nahm 2017 Saatmais mit einem Einfuhrwert von 130 Mio Euro den Spitzenplatz ein; es folgten Cranberries mit annähernd 90 Mio Euro sowie Reisprodukte und Orangensaft. Von den verarbeiteten Lebensmitteln aus den Vereinigten Staaten brachte es Whiskey im vergangenen Jahr auf einen Lieferwert von rund 570 Mio Euro, gefolgt von Tabakprodukten und Erdnussbutter.

 

Washington ließ sich nicht umstimmen

Bis zuletzt hatte die EU-Kommission versucht, die Regierung in Washington von ihren Plänen, Zölle von 25 % auf Stahl und von 10 % auf Aluminium zu erheben, abzubringen.

Am vergangenen Mittwoch hatte sich Malmström mit US-Handelsminister Wilbur Ross getroffen. Ferner gab es ein trilaterales Treffen mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem ebenfalls von den US-Stahlzöllen betroffenen japanischen Handelsminister Hiroshige Seko. Die Gespräche blieben jedoch ergebnislos.

Mit Material von AgE
Auch interessant