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Naturschutz

EU verlangt von Deutschland besseren Blühwiesenschutz

Bienen an Kleeblüte
am
26.07.2019

Die Europäische Kommission fordert Deutschland zu einem besseren Schutz blütenreicher Wiesen auf. Betroffen sind vor allem magere und Berg-Mähwiesen.

Die Europäische Union eröffnet gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren wegen angeblichen Mängeln im Artenschutz.

Die Bundesregierung wird von der EU-Kommission aufgefordert, den Schutz von blütenreichen Wiesen zu verstärken. So sollen die Verpflichtungen gemäß der Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates) erfüllt werden.
 

Lebensräume von Bestäuberinsekten

Die im Mai 1992 beschlossene Richtlinie verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten im Rahmen des Natura 2000-Netzes zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Lebensräumen, die eine wichtige Rolle für die biologische Vielfalt spielen. Es geht dabei vor allem um den Schutz von Bestäuberinsekten wie Bienen und Schmetterlinge.

Blütenreiche Wiesen werden weniger

Deutschland kommt nach Ansicht der EU seiner Verpflichtung, die Verschlechterung zweier Lebensraumtypen zu verhindern, nicht nach. Betroffen seien magere Mähwiesen und Berg-Mähwiesen.

Diese Lebensraumtypen hätten sich in den letzten Jahren an verschiedenen Standorten erheblich verkleinert oder seien gänzlich verschwunden. Zudem habe es Deutschland versäumt, den Erhaltungszustand dieser Lebensraumtypen zu überwachen und eine angemessene rechtliche Garantie zu ihrem Schutz bereitzustellen, so die EU.

Zwei Monate Zeit für eine Reaktion

Die Kommission hat daher beschlossen, ein Aufforderungsschreiben an Deutschland zu übermitteln. Die Bundesregierung hat nun zwei Monate Zeit, um auf die Bedenken zu reagieren. Andernfalls kann die Kommission beschließen, eine mit Gründen versehene Stellungnahme zu übermitteln.

Mit Material von dpa, EU
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