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Globaler Handel

Europäische Bauernorganisationen wollen Mercosur-Abkommen aufhalten

abkommen-mercosur
am Montag, 21.09.2020 - 13:44 (Jetzt kommentieren)

Zum informellen Treffen der EU-Handelsminister am 20. und 21. September in Berlin haben 43 europäische Bauernorganisationen eine gemeinsame Deklaration verfasst. Darin fordern unter anderen der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und Land schafft Verbindung (LsV), die Ratifizierung des Abkommens zu unterbrechen.

Die Organisationen aus insgesamt 14 Ländern sind sich darin einig, dass das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay keiner Korrekturen, sondern einer Neuausrichtung bedürfe. Von ihren Regierungen fordern die europäischen Bauern daher, das Abkommen zu stoppen und erklären dazu:

Mit dem EU-Mercosur-Abkommen sollen die Importe von beispielsweise Fleisch, Zucker und Soja aus den Mercosur-Ländern steigen, deren Produktion im Zusammenhang mit der aggressiven Exportausrichtung immer industrieller wird. Der weltweit für Klima und Artenvielfalt zentrale Amazonas muss diesem System weichen. Auch Menschenrechtsverletzungen stehen im Zusammenhang mit dieser Entwicklung auf der Tagesordnung.

Gleichzeitig stehen die Bauernfamilien in Europa vor großen Herausforderungen, klimaverträglicher und tiergerechter Lebensmittel zu erzeugen, was höhere Kosten auf den Betrieben mit sich bringt. Die steigenden und unqualifizierten Importe aus den Mercosur-Ländern führen zusätzlich zu steigendem Preisdruck bei den europäischen Bauernfamilien. Diese Handelspolitik und die ungleichen Produktions-, Umwelt- und Sozialstandards zugunsten der Agrarindustrie beschleunigen das Ende von bäuerlichen Betrieben auf beiden Seiten des Atlantiks.“

Deutschlands Haltung zum Mercosur-Abkommen unklar

Zu den Unterzeichnern in Deutschland gehören neben BDM und LsV die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL), Demeter und MEG Milch Board.

Auf europäischer und internationaler Ebene unterstützen die Dachverbände European Coordination Via Campesina (ECVC), European Milk Board (EMB) und Demeter International die gemeinsame Forderung.

Dass sich die Mitgliedstaaten uneins über das EU-Mercosur-Abkommen sind, betonen die Unterzeichner in ihrer gemeinsamen Pressemeldung. Während beispielsweise Österreich, die Niederlande, Frankreich, Irland und Belgien dem Abkommen eher kritisch gegenüberstünden, wolle Deutschland seine EU-Ratspräsidentschaft dafür nutzen, die Vereinbarung voranzutreiben. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte vor einigen Tagen jedoch Kritik am Vorhaben.

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