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Gemeinsame Agrarpolitik

EVP: EU-Agrarreform bis 2024 verschieben

EVP Kongress in Kopenhagen 2017
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
11.09.2017

Die nächste Reform der EU-Agrarpolitik soll um vier Jahre bis 2024 verschoben werden. Dafür hat sich die Europäische Volkspartei (EVP) auf ihrem Kongress in Kopenhagen ausgesprochen.

Der Zusammenschluss der christdemokratischen Parteien im Europaparlament verabschiedete auf seinem Kongress ein Positionspapier zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Darin stellt die EVP fest, dass für eine Reform der EU-Agrarpolitik zunächst geklärt sein müsse, welche Finanzmittel nach dem Austritt Großbritanniens aus der Gemeinschaft überhaupt noch zur Verfügung stehen. Neue Lasten, etwa in der Sicherheitspolitik, dürften zudem nicht auf Kosten der europäischen Landwirtschaft ausgetragen werden. Im Zweifelsfall sollen die Mitgliedstaaten die Finanzierungslücken durch höhere Beiträge füllen.

Die EVP will am System der Direktzahlungen und der Ersten und Zweiten Säule bis 2024 festhalten. Auch das Greening soll fortgeführt werden. Allerdings sollen die Kontrollen vereinfacht werden und weniger häufig stattfinden. Nach jetzigem Stand der Dinge wäre mit dem Ende der laufenden mittelfristigen Finanzperiode 2020 über eine Neuordnung der EU-Agrarpolitik zu entscheiden.

Landwirte in der Lebensmittelkette stärken

Das EVP-Grundsatzpapier wurde unter Leitung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und dem französischen EVP-Abgeordneten Michel Dantin erarbeitet.

Im Einzelnen wird darin gefordert, die Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette gegenüber der verarbeitenden Industrie und dem Handel zu stärken. Die Landwirte sollen gerechtere Preise für ihre Produkte erhalten. Die EU-Agrarpolitik soll darum die vertikale und horizontale Kooperation auf Erzeugerebene unterstützen.

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