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Agrarpolitik

Farm to Fork: EU-Agrarrat beschließt Schlussfolgerungen

Julia Klöckner hat den Vorsitz beim EU-Agrarministerrat
am Montag, 19.10.2020 - 18:21 (1 Kommentar)

Bodenfruchtbarkeit und Produktivität erhalten, ein gerechtes Einkommens für Primärerzeuger, nachhaltig erzeugte Lebensmittel zu angemessenen Preisen sichern - das sind nur einige der Punkte, auf die sich die EU-Agrarminister heute in der Farm-to-Fork-Strategie verständigt haben.

Der EU-Agrarrat hat heute einstimmig die Ratsschlussfolgerungen zur Farm-to-Fork-Strategie beschlossen. Den Ratsvorsitz hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner.
 

Im Mai hatte die Europäische Kommission die Farm-to-Fork-Strategie vorgestellt. Sie sollte ein Beitrag eines nachhaltigen Ernährungssystems zum europäischen Green Deal sein. In der Farm-to-Fork-Strategie sind 27 Maßnahmen beschrieben, beispielsweise die EU-weit einheitliche erweiterte Nährwertkennzeichnung, das Tierwohlkennzeichen oder die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.

Farm to Fork: Das beschlossen die EU-Agrarminister

Der Agrarrat

  • stimmt zu, dass der Zugang der europäischen Bürger zu einer ausreichenden und vielfältigen Versorgung mit hochwertigen, nahrhaften, sicheren und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln zu angemessenen Preisen ständig sichergestellt werden muss.
  • betont, dass die Gewährleistung eines gerechten Einkommens für Primärerzeuger von größter Bedeutung für einen erfolgreichen Übergang zu einem nachhaltigen Lebensmittelsystem ist.
  • begrüßt die Tatsache, dass in der Strategie auch Forschung und Innovation als Mittel zur Verwirklichung nachhaltiger Lebensmittelsysteme hervorgehoben werden. Dazu gehören grüne und digitale Innovationen und Biotechnologie, sofern sie für die menschliche Gesundheit und die Umwelt unbedenklich sind.
  • betont, wie wichtig es ist, die Bodenfruchtbarkeit und die landwirtschaftliche Produktivität zu erhalten und wiederherzustellen, um die wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
  • unterstreicht, wie wichtig es ist, die Neuformulierung von Lebensmitteln im Einklang mit Leitlinien für eine gesunde und nachhaltige Ernährung (z. B. für Salz, Zucker und gesättigte Fettsäuren) zu fördern.
  • hebt hervor, dass die Kennzeichnung von Lebensmitteln, die Vermarktungsmethoden, die Preisgestaltung, der leichte Zugang, die Nährstoffqualität, Ernährungserziehung und Informationskampagnen eine wesentliche Rolle bei der Förderung einer gesunden und nachhaltigen Ernährung spielen.

Ziele: Digitalisierung, Wettbewerbsfähigkeit, Ressourcenschutz

Mit den Schlussfolgerungen bekennt sich der EU-Agrarrat laut BMEL zu einer Ernährungs- und Landwirtschaft,

  • die auf Innovation und digitale Technik setzt,
  • die gewinnbringend wirtschaften kann und damit im Wettbewerb besteht,
  • die ihre eigene wirtschaftliche Grundlage sichert und unsere Ressourcen besser schützt.

Die Schlussfolgerungen des Rates dienen der EU-Kommission als Richtschnur für ihre zukünftige Arbeit. Es wird um die Frage gehen, wie die Europäische Union den Übergang zu einem wirklich nachhaltigen und resistenten Lebensmittelsystem schaffen kann. Dieser Schritt wird auf allen Ebenen – national, europäisch, global – und in zahlreichen Politikbereichen Maßnahmen und Änderungen erfordern.

Klöckner stellt Förderungen für neue Anforderungen in Aussicht

"Der einstimmige Beschluss, den wir erreicht haben, ist ein wichtiges Signal und Bekenntnis zu einer nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Land- und Ernährungswirtschaft", so Klöckner. "Zum ersten Mal wird in der EU das gesamte Ernährungssystem betrachtet – von der Erzeugung bis zum Verbraucher.
 
Als Ratspräsidentschaft haben wir Wert darauf gelegt, dass die Maßnahmen der Strategie für die europäischen Landwirte umsetzbar sind, wir ergebnisorientiert denken. Wir haben die Zusage der Kommission, dass sie Folgeabschätzungen vorlegen wird. Auch müssen neue Anforderungen unterlegt sein mit entsprechenden Förderungen. Wenn wir regionale Produktion und Ernährungssicherheit wollen, dürfen wir die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Land- und Ernährungswirtschaft nicht gefährden. Der ganzheitliche Ansatz muss deshalb Wechselwirkungen und Zielkonflikte in den Blick nehmen: vom Landwirt bis zum Verbraucher."

Mit Material von BMEL
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