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Eierskandal

Fipronil in Eiern: Minister Meyer weist Vorwürfe zurück

Eier
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
15.08.2017

Der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer hat die Vorwürfe zurückgewiesen, in dem Skandal um mit Fipronil belastete Eier zu langsam gehandelt zu haben.

Am Wochenende hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) seinem niedersächsischen Amtskollegen Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) schwere Versäumnisse im Fipronil-Skandal um belastete Eier vorgeworfen. Schmidt verwies dabei in einem Brief an Meyer auf einen Untersuchungsbericht des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Demnach wurde eine Probe in einem betroffenen Legehennenbetrieb bereits am 17. Mai genommen, der Bund sei aber erst in der vergangenen Woche informiert worden.

Der Ressortchef in Hannover wies die Vorwürfe am Sonntag vehement zurück und sprach von einem "Ablenkungsmanöver". Nun legte Meyer nach und erklärt unter anderem: "Niedersachsen hat erst seit Anfang August positive Laborergebnisse zur Fipronil-Belastung von Eiern vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) vorliegen und diese immer unmittelbar ins Europäische Schnellwarnsystem eingestellt. Wir haben stets frühzeitig informiert und auf mögliche Gesundheitsgefahren hingewiesen."

B-Probe wird nach ersten Fipronil-Befunden analysiert

Nach Bekanntwerden des Fipronilgeschehens in Belgien Ende Juli sei laut Meyer vom Land eine sogenannte B-Probe aus einer Standard-Untersuchung vom Mai, die von einem der von der Fipronil-Belastung betroffenen und jetzt gesperrten Legehennenbetriebe stammt, nachträglich auf Fipronil getestet worden. Das positive Untersuchungsergebnis mit einem Gehalt von 0,45 mg/kg lag am 3. August vor. Darüber wurde im Schnellwarnsystem "umgehend" informiert.

"Auch Herr Schmidt konnte diesen Befund nachlesen und dabei feststellen, dass die Probenentnahme am 17. Mai 2017 erfolgte, die Untersuchung aber erst nach Bekanntwerden des Fipronilgeschehens auf Veranlassung des Landes Anfang August stattfand", erklärt Meyer.

Fipronil im Mai noch nicht im Nationalen Rückstandskontrollplan

Im LAVES waren noch Eier zur Untersuchung auf Stoffe vorhanden, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Rahmen des „Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP)“ jährlich neu festgelegt werden. Das Insektizid Fipronil gehörte im Mai, als diese Standarduntersuchungen nach dem NRKP stattfanden, nicht zu diesen vom Bund festgelegten Stoffen, heißt es von Seiten des niedersächsischen Ministeriums weiter.

Im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP) werden regelmäßig unter anderem Fleisch, Aquakulturerzeugnisse, Milch, Eier und Honig auf Rückstände unerwünschter Stoffe untersucht.

"Wir haben nach Bekanntwerden der Belastungen umgehend die Printnummern der betroffenen Betriebe – auch des in Rede stehenden – genannt und aktiv die Öffentlichkeit zu den möglichen Gesundheitsgefahren informiert" führt Meyer aus. Niedersachsen habe zudem am 4. August 2017 beim BVL einen Antrag auf Aufnahme von Fipronil in den Nationalen Rückstandskontrollplan gestellt.

Mit Material von ML Niedersachsen
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