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Bodenschutz

Flächenfraß: RLV schlägt Alarm gegen entfesselte Landespolitik

Autobahn in Kulturlandschaft
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
22.12.2017

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) kritisiert den Beschluss der Düsseldorfer Landesregierung, die Zielvorgabe für den Flächenverbrauch zu streichen.

Nach Angaben des RLV hat die schwarz-gelbe Regierungskoalition in Nordrhein-Westfalen das Ziel, den Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsflächen wie Autobahnen oder Gewerbegebiete bis 2020 auf 5 ha pro Tag zu senken, aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen. Derzeit beträgt der tägliche Flächenverlust im Land 10 ha.

Feste Vorgaben zum Stopp des Flächenverbrauchs

Bernhard Conzen

„Es müssen endlich feste Vorgaben zum Stopp des Flächenverbrauchs und dem Schutz der heimischen Nahrungsmittelproduktion gemacht werden“, forderte RLV-Präsident Bernhard Conzen. Von dem auch durch die rot-grüne Vorgängerregierung mitgetragenen 5-Hektar-Ziel sei die jetzige Regierung noch weit entfernt.

Täglich gingen in Nordrhein-Westfalen 10 ha vor allem für die landwirtschaftliche Produktion verloren, also unser aller Lebensmittel, kritisierte Conzen. Auf Beton wüchsen aber keine Nahrung und erst recht keine biologische Vielfalt.

Äcker und Grünland besser schützen

Für die Bauern besonders frustrierend: Immer öfter stehen sie für den Schwund an Artenreichtum und Vielfalt am Pranger. „Landwirte tun jedoch Vieles für den Artenschutz, da sie davon abhängig sind. Doch ob im neuen Industriegebiet oder auf der Autobahn Honigbienen Nahrung finden, das wage ich zu bezweifeln“, so Conzen.

Nach Meinung des RLV muss der Stopp des Flächenfraßes zu den obersten Prioritäten der nordrhein-westfälischen Regierung gehören. Daran, wie auch an einer flächensparenden Handhabung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, sollte in Zukunft gearbeitet werden.

„Auch wenn Handel und Industrie vielleicht anderer Meinung sind, wenn wir weiterhin Lebensmittel aus der Region in gewohnt hoher Qualität und zu fairen Preisen liefern sollen, dann müssen die Acker- und Grünlandflächen besser geschützt werden“, betonte Conzen.

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