Login
Europäische Agrarpolitik

Folgen des Brexit: Weniger Geld im Agrarhaushalt

Thumbnail
Redaktion agrarheute, agrarheute
am
20.01.2017

Auf der Grünen Woche in Berlin waren auch die Auswirkungen des Brexits für die Landwirtschaft ein Thema. DBV-Präsident Rukwied mahnt offene Märkte an, Agrarkommissar Phil Hogan sieht Auswirkungen auf den EU-Agrarhaushalt.

"Das Vereinigte Königreich ist für die deutsche Landwirtschaft ein wichtiger Markt. 2015 wurden aus Deutschland für 4,8 Milliarden Euro Agrargüter und Lebensmittel auf die britische Insel geliefert. Der Agrar-Exportüberschuss Deutschlands mit dem Vereinigten Königreich liegt mit 3,4 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie insgesamt in die USA exportiert wird. Ein offener Markt mit dem Vereinigten Königreich hat bei den Brexit-Verhandlungen für uns hohe Priorität." Dies stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf der VDAJ-Fragestunde im Rahmen der Grünen Woche in Berlin fest.

Auch die Folgen für die Gemeinsame Agrarpolitik seien gravierend. So zähle das Vereinigte Königreich trotz des „Briten-Rabatts“ zu den Nettozahlern. Die Einzahlungen übertreffen die Rückzahlungen um 7 Milliarden Euro. "Im Agrarhaushalt würden also nach einem Brexit bei proportionalen Kürzungen in allen Haushalten über 3 Milliarden Euro fehlen", erklärte Rukwied.

Nettozahler fällt weg: Auswirkungen auch auf Agrarhaushalt

Bislang macht der Agrarhaushalt rund 38 Prozent des gesamten EU-Budgets aus. Da Großbritannien Nettozahler ist, wirkt sich der Brexit sowohl negativ auf den Gesamthaushalt als auch auf die Agrargelder aus. Nach Angaben von EU-Agrarkommissar Phil Hogan auf der Grünen Woche werden durch den Austritt des langjährigen Mitglieds der EU rund 3 Milliarden Euro weniger Mittel für die EU-Landwirtschaft zu Verfügung stehen, da der EU rund 8 bis 10 Milliarden Euro an Einnahmen weg fallen.

Aber auch die britischen Farmer seien vom Brexit finanziell betroffen. So sollen die Direktzahlungen laut dem englischen Agrarminister bis 2020 weg fallen, wie Hogan ausführte. Zudem müssten neue Märkte erschlossen werden, da der EU-Binnenmarkt wegfalle.

Aber auch Agrarkommissar Hogan setzt sich generell für eine Agrarpolitik in der EU ein, die sich stärker auf die Märkte ausrichtet. So sollten die Landwirte künftig noch stärker auf der Grundlage des Marktes entscheiden, was sie produzieren und nicht über Kontingente oder die Art der Direktzahlungen.

Grün sticht: Die Top 10 der zugelassenen Traktoren 2016

John Deere Traktoren im Stroh
Fendt Traktor am Silo
Deutz-Fahr Traktor beim Grasmähen
Case IH Traktor bei der Bodenbearbeitung
Claas Traktor bei der Getreideernte
Kubota-Traktor im Gras
New Holland Traktor auf dem Feld
Massey Ferguson Traktor auf dem Feld
Iseki-Traktor mit Pflug
Valtra-Traktor mit Frontgewicht
Auch interessant