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Jahressteuergesetz 2022

Für kleine PV-Anlagen sollen ab 2023 Steuerbefreiungen gelten

Durch Steuerbefreiungen und Entbürokratisierungen bei der Installation kleiner PV-Anlagen will die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben.
am Freitag, 14.10.2022 - 13:06 (Jetzt kommentieren)

Der Deutsche Bundestag hat heute (14.10.) über das Jahressteuergesetz 2022 beraten. Landwirte könnten vor allem von der Steuerbefreiung für kleine Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) profitieren.

Ab dem 1. Januar 2023 sollen kleine PV-Anlagen von der Ertragsteuer befreit werden. Für die Lieferung und Installation der Anlagen sowie für Stromspeicher soll die Steuer ebenfalls wegfallen.

Während der Beratung im Bundestag betonte der SPD-Abgeordnete Tim Klüssendorf, dass die Steuerbefreiung ein wesentlicher Schritt zum Ausbau der erneuerbaren Energien sei. Christoph Meyer von der FDP-Fraktion erklärte, dass nach Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2022 sich die Betreiber kleiner PV-Anlagen kaum noch mit den Finanzämtern auseinandersetzen müssten.

Wie hoch darf die Leistung einer kleinen PV-Anlage für die Steuerbefreiung sein?

Die Gewinnermittlung soll für PV-Anlagen mit einer installierten Bruttoleistung von bis zu 30 kW wegfallen. Sie können sich auf Einfamilienhäusern (einschließlich Nebengebäuden) oder auf Gewerbeimmobilien befinden. Betreiber solcher PV-Anlagen können dann die Kleinunternehmerregelung nutzen.

Ist die PV-Anlage auf einem sonstigen Gebäude installiert, das überwiegend zu Wohnzwecken genutzt wird, kann die Steuerbefreiung durch die hinfällige Gewinnermittlung ebenfalls gelten: nämlich dann, wenn die Grenze von 15 kW je Wohn- oder Gewerbeeinheit eingehalten und die Gesamtleistung von 100 kW nicht überschritten wird.

Die 100 kW-Grenze gilt für jeden Steuerpflichtigen (natürliche Person oder Kapitalgesellschaft) sowohl für eine einzelne als auch für mehrere Anlagen.

Was gilt für die Lieferung und Installation von kleinen PV-Anlagen?

Werden die Leistungsgrenzen eingehalten, fällt künftig für die Lieferung und Installation der Solaranlagen keine Umsatzsteuer mehr an. Damit ist auch der Vorsteuerabzug hinfällig. Für weitere wesentliche Komponenten der PV-Anlagen und für die Speicher, die den mit den Solarmodulen erzeugten Strom vorhalten sollen, gilt der Nullsteuersatz ebenfalls.

Darüber hinaus heißt es im Entwurf des Jahressteuergesetzes, dass die Steuerbefreiung unabhängig von der Verwendung des erzeugten Stroms gelten soll. Einnahmen vom öffentlichen Stromnetz, von Strom für E-Autos oder für Mieter bleiben steuerfrei.

Lohnsteuervereine sollen außerdem über steuerfreie PV-Anlagen beraten können, was zur Förderung von erneuerbaren Energien beitragen soll.

Was enthält das Jahressteuergesetz 2022 noch für Landwirte?

Zu den Anpassungen im jährlichen Gesetzentwurf gehört auch eine verbesserte Abschreibung für Immobilien. Der lineare AfA-Satz zur Abschreibung von Wohngebäuden soll von zwei auf drei Prozent angehoben werden. Zur Anwendung kommen soll die Anhebung bei Wohngebäuden, die nach dem 30. Juni 2023 fertiggestellt werden.

Die Maßnahme sei eine politisch motivierte Förderung zur Unterstützung einer klimagerechten Neubauoffensive, heißt es im Gesetzentwurf.

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