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Agrarhandel

G20: Agrarminister bekennen sich zu WTO-Regeln

Julia Klöckner und Luis Miguel Etchevehere
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
30.07.2018

Die Landwirtschaftsminister der G20-Staaten haben sich bei ihrem Treffen in Argentinien für einen Agrarhandel nach den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) ausgesprochen. Auch die USA tragen die Gemeinsame Schlusserklärung mit.

In der Abschlusserklärung heißt es, "wir erkennen die Bedeutung eines offenen und transpareten multilateralen Handelssystems an, das auf den von den WTO-Mitgliedern vereinbarten Regeln basiert".

Die Minister äußern sich besorgt über "den zunehmenden Gebrauch von protektionistischen nicht-tarifären Maßnahmen, die mit den WTO-Regeln unvereinbar sind". Damit übt die Schlusserklärung allerdings keine Kritik an den jüngst von den USA, der EU und China erhobenen Zöllen und Vergeltungszöllen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner äußerte sich dennoch zufrieden mit den Ergebnissen beim Treffen der G20-Agrarminister in Buenos Aires. "Mit diesem G20-Treffen ist uns ein klarer Durchbruch für die Landwirtschaft, für das Klima und damit für die Verbraucher gelungen", erklärte die CDU-Politikerin nach der Konferenz. "Wir haben mehr erreicht, als sich im Vorfeld abzeichnete. Das ist ein großer Durchbruch", sagte sie. 

Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Als entscheidend bezeichnete Klöckner eine Vereinbarung zum Klimaschutz, bei der der Landwirtschaft eine besondere Rolle zukomme. "Wichtig ist, dass wir uns in diesen schwierigen Zeiten auf gemeinsame Ziele verständigen konnten. Ich begrüße vor allem die Übereinstimmung beim Kampf gegen den Klimawandel und die Rolle, die die Landwirtschaft mehr denn je spielen wird."

Gemeinsam wollen die G20-Staaten auch gegen Antibiotika-Resistenzen vorgehen. Im Mittelpunkt standen weiterhin eine nachhaltige Bodennutzung und der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

Klöckner brachte die für Herbst 2019 angekündigte Ackerbaustrategie der Bundesregierung ein. Gemeinsam mit ihren Amtskollegen will die Ministerin an Kriterien für eine internationale Ackerbaustrategie arbeiten. Das Ergebnis will sie im kommenden Jahr beim G20-Treffen in Japan vorstellen. 

G20 stehen für 80 Prozent des globalen Agrarhandels

Die G20-Länder verfügen über rund 60 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen der Welt und wickeln etwa 80 Prozent des globalen Handels mit Lebensmitteln ab.

Zwei Drittel der Weltbevölkerung leben in den G20-Staaten.

Die Gemeinsame Schlusserklärung des G20-Treffens können Sie in englischer Sprache herunterladen.

Mit Material von dpa
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