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Pflanzenschutz

Glyphosat-Verbot für Privatanwender kommt

Unkrautvernichtung
am Dienstag, 25.02.2020 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Schon lange wurde es diskutiert, nun kommt es wohl wirklich: Ein Glyphosatverbot für den privaten Anwender. Die Grünen freut der Teilerfolg. Doch es geht ihnen weiterhin um ein Komplettverbot.

Das von der Bundesregierung seit längerem in Aussicht gestellte Verbot glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel für Privatanwender soll nun bald Wirklichkeit werden. Das erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesagrarministerium, Uwe Feiler, auf eine Anfrage der Grünenfraktion im Bundestag.

Die Änderungsverordnung befinde sich in der Abstimmung zwischen den zuständigen Ressorts. "Ein Inkrafttreten wird möglichst bald in diesem Jahr angestrebt», heißt es in der Antwort.

IARC-Einschätzung führte zu zahlreichen Verboten

Glyphosat steht seit Jahren im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit, wenn es um Pflanzenschutz geht. Zwar betrachten die weitaus meisten Behörden und Studien das Mittel bei sachgemäßer Handhabung als sicher. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), stufte Glyphosat 2015 allerdings als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Das genügte bereits in vielen Ländern und Regionen für ein Komplettverbot.

Grüne sind nur halb zufrieden

Bündnis90/Die Grünen fordern seit langem auch hierzulande, das Herbizid grundsätzlich zu bannen. Sie begrüßten deshalb das Verbot für Privatanwender.

Grünen-Agrarexperte Harald Ebner forderte allerdings im selben Atemzug, "die restlichen 99 Prozent Glyphosat in Deutschland", die in der Landwirtschaft zum Einsatz kämen, ebenfalls zu verbieten.

Private und kommerzielle Anwendung sind nicht vergleichbar

Hersteller Bayer hatte laut Handelsblatt bereits Ende Januar erwogen, das Mittel nicht mehr für Privatanwender anzubieten. Grund dafür seien möglicherweise auch die Vergleiche mit den US-Klägern, denen man keine neuen Klagen folgen lassen wolle.

Hinsichtlich eines Glyphosatverbots auch in der Landwirtschaft verwies der Deutsche Bauernverband (dbv) im Dezember 2019 darauf, dass hier ein Vergleich mit der Privatanwendung kaum möglich sei. Mit der fehlenden Verfügbarkeit des Totalherbizids seien deutlich mehr Feldüberfahrten und damit ein höherer Dieselverbrauch zu erwarten. Damit würden die CO2-Emmissionen aus der Landwirtschaft spürbar ansteigen.

Mit Material von dpa, Handelsblatt, Welt
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