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Glyphosatzulassung

Glyphosatverbot in Österreich rechtlich umstritten

am Dienstag, 02.07.2019 - 10:10 (Jetzt kommentieren)

Ein nationales Totalverbot von Glyphosat in Österreich verstößt gegen EU-Recht. Brüssel lässt aber begründete Verwendungsbeschränkungen zu.

Glyphosat buchstabiert auf Boden

Zu diesem Ergebnis kommt nach Angaben der Landwirtschaftskammer Österreich die „Nationale Machbarkeitsstudie Glyphosat". Die Agentur für Ernährungssicherheit und die Wiener Universität für Bodenkultur (Boku) haben die Studie durchgeführt, nachdem die SPÖ versucht, mit Zustimmung der FPÖ, ein Verbot von Glyphosat auf den Weg zu bringen. 

Entscheidung über Glyphosat-Verbotsanträge heute

Laut Kammer zeigt die Studie außerdem, dass der richtige Einsatz des Wirkstoffs positive ökologische Effekte hat. Von einem möglichen Totalverbot wären daher vor allem die bodenschonenden Verfahren der Mulch- und Direktsaat betroffen. Landwirte brauchen den Pflanzenschutzmittelwirkstoff, wenn sie den Boden schonen und auf das Pflügen verzichten wollten. Andernfalls könnte starker Regen die Erde erodieren und das Bodenleben stören. Alternativen seien weniger wirksam und müssten öfter angewendet werden. Mit Blick auf die heutige Abstimmung über zwei Glyphosat-Verbotsanträge im Wiener Nationalrat appellierte die Kammer an alle Abgeordneten, von einem Totalverbot Abstand zu nehmen.

Glyphosateinsatz in Österreich bereits mit hohen Anforderungen verbunden

Der SPÖ-Antrag nach einem Totalverbot von Glyphosat vernachlässige außerdem eines: die Verwendung des Wirkstoffs erfülle in Österreich deutlich höhere Anforderungen als in anderen EU-Ländern, so Kammerpräsident Josef Moosbrugger. Da ein Totalverbot von Glyphosat der Studie zufolge geltendem EU-Recht widerspreche, würde es von Brüssel wieder aufgehoben.

Auch Handel würde nicht von einem Verbot profitieren

Wenn Österreich im gemeinsamen EU-Markt einseitig Glyphosat in der Landwirtschaft verbiete, hätten die heimischen Landwirte einen Nachteil gegenüber ihren Konkurrenten in anderen Ländern, die Konsumenten jedoch keinen Vorteil, gab Moosbrugger zu bedenken. Im Handel würde es weiterhin Lebensmittel aus Ländern geben, in denen Glyphosat nicht verboten sei. Wenn der Handel es jedoch wirklich ernst meine, dann würde er jene ausländischen Produkte aus dem Regal nehmen, die aus Ländern stammten, in denen es kein Totalverbot von Glyphosat gebe. Das wäre nur konsequent und den Konsumenten gegenüber ehrlich.

Mit Material von AgE

Glyphosat: Ein Streitgespräch zwischen Landwirtin und Abgeordnetem

Harald Ebner über Glyphosat
Susanne Günther über Glyphosat
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