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Ökolandbau

Greenpeace fordert 1 Milliarde Euro für den Ökolandbau

Greenpeace-Berlin-Mai-2020
am Dienstag, 20.10.2020 - 05:53 (2 Kommentare)

Die Fördergelder für die ökologische Landwirtschaft müssten in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf mehr als eine Milliarde Euro jährlich anwachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie. Nur so könne das Ziel der EU-Kommission erreicht werden, den Anteil des Ökolandbaus auf 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche zu steigern. Der Umweltverband warf gestern Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vor, sich bei der Umsetzung auf nationaler Ebene gegen die Klimaziele der EU zu stellen.

Um das Ziel der „Farm-to-Fork“-Strategie beim Öko-Landbau in Deutschland zu erreichen, müsse nach den Berechnungen der Studie mit einer gezielten und bis 2030 anwachsenden Förderung die Öko-Fläche im Wein- und Gemüseanbau fast verdreifacht und im Ackerbau fast verfünffacht werden. Die ökologisch bewirtschafteten Flächen bei Obst und Grünland müssten jeweils um ein Drittel größer werden. Das zeige, so Greenpeace, die aktuelle Untersuchung des Kasseler Instituts für ländliche Entwicklung.

Im Rahmen dieser Studie wurde der Förderbedarf bis zum Jahr 2030 unter der Maßgabe berechnet, dass für alle Landnutzungsformen (Acker, Grünland, Gartenbau, Dauerkulturen) der Anteil des ökologischen Landbaus auf 25 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgedehnt werden soll. Dabei zeige sich, dass die Förderung in den kommenden Jahren deutlich ansteigen müsste, um das 25-Prozent-Ziel zu erreichen. Für das Jahr 2030 ergebe sich ein Förderbedarf von insgesamt 1.024,8 Mio. Euro.
 

Vorwurf: Klöckner stellt sich gegen die EU-Ziele

"Seit 2010 verfehlt die Bundesregierung immer wieder ihre Ziele beim Ökolandbau und wird auch die Vorgaben der EU-Kommission nicht erreichen", sagt Lasse van Aken, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. 2018 habe Deutschland den Ökolandbau mit jährlich gerade einmal 344 Millionen Euro gefördert, der Anteil der ökologischen Landwirtschaft habe bei 8,5 Prozent gelegen, berichtet Greenpeace. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner habe im aktuellen Haushalt die Fördermittel sogar verringert.

"Statt eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu fördern, setzt Ministerin Klöckner die Klientelpolitik von gestern fort und stellt sich gegen eine EU-Kommission, die endlich versucht, mit dem Schutz von Klima und Arten in der Landwirtschaft ernst zu machen", sagt Lasse van Aken.

Hier geht es zur Präsentation der Studie des Kasseler Instituts für ländliche Entwicklung: "Ökolandbau in Deutschland: leere Versprechen, fehlende Förderung".

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