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Eine Grüne als Landwirtschaftsministerin: Das sagen die User

Steffi Lemke und Anton Hofreiter mit Demonstranten in Berlin
am Dienstag, 23.11.2021 - 10:44 (2 Kommentare)

Laut einer inoffiziellen Liste soll eine Politikerin der Grünen neue Landwirtschaftsministerin werden. Das löste auf Facebook heftige Diskussionen aus.

In Berliner Kreisen kursiert eine Liste der möglichen Postenverteilung in der nächsten Bundesregierung. Offiziell bestätigt ist sie bislang allerdings nicht.

Der Aufstellung zufolge soll es künftig kein eigenständiges Bundeslandwirtschaftsministerium mehr geben, sondern ein Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Ernährung. Die Leitung des Ressorts soll Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) übernehmen, derzeit parlamentarische Geschäftsführerin der grünen Bundestagsfraktion, wie agrarheute.com berichtete.

Das führte auf Facebook zu einigen Diskussionen unter den Usern.

Grüne Agrarministerin: „Ideologische Prägung“

Erste Stimmen reagierten kritisch auf die mögliche Besetzung. So schreibt Franz M.: „Hat Ahnung von der Materie, aber die ideologische Prägung der Grünen macht mir Sorgen. Wenn die Ministerien zusammengelegt werden, kann keiner dem anderen den schwarzen Peter zuschieben. Bloß eine Frage noch: Wo sollen die ganzen Leute vom NABU dann hin, wenn Schulze sie nicht mehr mit Posten im Umweltministerium bedenkt?“

Auch Uwe H. meint ironisch: „Das macht doch alles einfacher. Demnächst wird dann vorgeschriebenen, was du wann, wie und wo anbauen musst. Nur wie du noch davon leben sollst, sagt dir keiner aus dem Verein.“

Diplom-Agraringenieurin mit wenig Praxiserfahrung

Marcel M. sieht die Sache positiver: „Frau Lemke ist Diplom-Agraringenieurin. Nun käme mal jemand mit (vermeintlichem) Sachverstand an einen Ministerposten, so wie seit Jahren von der großen Mehrheit gefordert, und dann ist es auch wieder falsch. Bloß weil Grün draufsteht, bedeutet das noch lange nicht, dass wir ab morgen alle nur noch Blühwiesen zu pflegen haben.“

Birgit E. entgegnet jedoch: „Ich habe im gleichen Zeitraum wie sie dort studiert. […] Den Studiengang 1988 - 93, also kurz vor und nach der Wiedervereinigung, auch nur ansatzweise mit heute gleichzusetzen, wäre schon richtig mutig. Die Agrarwissenschaften waren damals noch ziemlich durchdringend durch die DDR-Gegebenheiten geprägt. […] Und seitdem hat sie in dem Bereich ja nicht wieder gearbeitet. Ich sehe das mit der Fachexpertise daher als ziemlich dünn an.“

"Alles besser als Hofreiter!"

Dominik A. meint ganz pragmatisch: „Alles besser als der Hofreiter!“ Und Michael P. fände die Besetzung auch ganz gut: „Nicht die schlechteste Personalie - im Gegensatz zu anderen Ministerposten der Ampel.“ Maik P. Stimmt zu: „Zumindest is es mal eine aus dem Fachgebiet, Agrarwissenschaft studiert und Diplom-Ing. Sind nicht die schlechtesten Vorraussetzungen.“

Bodo B. v. S. lobt Lemke: „Eine Frau, die weiß, wovon Sie spricht. Ich habe mit ihr gut zusammen gearbeitet. Jemand, der Probleme und Gruppen gut zusammen bringt, um dann das gemeinsame Ziel zu erreichen. Top.“

Vorerst ohnehin nur Spekulation

Auch für Daniel S. wäre das Ganze nicht so dramatisch: „[…] Umwelt und Agrar zusammen gelegt - mit einer Ministerin mit Fachausbildung - sehe ich erstmal als Verbesserung. Dazu ist die FDP ja in den Vorbereitungsrunden. Da nimmt man natürlich Einfluss auf die Inhalte, auch wenn jemand anderes das Ministerium besetzt.

Warten wir mal ab, was kommt. Bevor der Koalitionsvertrag fertig ist, ist eh alles Spekulation.“

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