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Klimaschutz und Landwirtschaft

Grüne wollen für den Klimaschutz die Tierhaltung einschränken

Mastbullen am Fressgitter
am Freitag, 04.09.2020 - 10:06 (3 Kommentare)

Die Grünen wollen die Landwirtschaft „klimarobuster“ machen. Dazu soll die Tierhaltung deutlich verringert werden.

Anton Hofreiter Bündnis90/ Die Grünen

Bei ihrer Herbstklausur verabschiedete die grüne Bundestagsfraktion gestern einen Beschluss zum Schutz von Mensch und Natur vor Dürre und Hitze.

Angesichts von immer häufigeren Dürren und Unwettern, Insektensterben und Höfesterben sei eine Agrarwende hin zu einer ökologischeren und klimarobusteren Landwirtschaft mit einem hohen Tierschutzniveau entscheidend, sagte der Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter. „Statt Krisendauermodus brauchen wir einen Klimaplan für die Landwirtschaft“, sagte Hofreiter.

Nach dem Fraktionsbeschluss sollen die „Milliardengelder für die Landwirtschaft“ an gemeinwohlorientierte Kriterien geknüpft werden. Die Zahl der Tiere wollen die Grünen deutlich verringern. Die Tierhaltung soll wieder an die Fläche gebunden werden. Der Ökolandbau und regionale Strukturen sollen gestärkt werden.

„Wir wollen, dass nicht weiter die reine Ertragsmaximierung und billige Exporte im Vordergrund stehen, sondern der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Für diese Grundsätze machen wir uns bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU stark“, heißt es in dem Fraktionspapier.

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringern

Biene auf Kornblume

Um die Landwirtschaft klimarobuster aufzustellen, wollen die Grünen die Kohlenstoffbindung im Boden und den Humusaufbau steigern. Agroforstsysteme, Mischkulturen, weite Fruchtfolgen mit Zwischenfrüchten sowie die Einarbeitung von Pflanzenresten und eine ganzjährige Bodenbedeckung sollen gefördert werden.

Notwendig sei außerdem ein Programm zur wirksamen Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes, um Bodenleben und Insekten zu schützen.

Nach dem Willen der grünen Bundestagsfraktion soll ein Diversifizierungsprogramm für Betriebe geschaffen werden, damit diese vielfältigere Fruchtfolgen und der Trockenheit angepasste Kulturpflanzen anbauen und wirtschaftlich vermarkten können.

Gegen Monokulturen und "Extremspezialisierung"

Durch diversifizierte Wirtschafts- und Anbaustrategien lasse sich nämlich das Risiko bei zukünftigen Dürren streuen, so die Fraktion. Hingegen seien Monokulturen und eine auf „Extremspezialisierung“ getrimmte Landwirtschaft nicht krisenfest.

Ferner wollen die Grünen ein Sonderforschungsprogramm „Klimaresilienz in der Landwirtschaft“ auflegen. Das Programm soll die Potenziale von angepassten, widerstandsfähigen und regenerativen Anbausystemen wie Agroforstsystemen untersuchen sowie Anbaumethoden und Möglichkeiten zur Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit der Böden.

Mit Material von AgE

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