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Niederlande

Gülleattacke und Blockaden: Bauernproteste eskalieren

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am Mittwoch, 29.06.2022 - 09:53 (3 Kommentare)

In den Niederlanden haben auch diese Woche wieder tausende Landwirte gegen die neue Stickstoffrichtlinie demonstriert. Am Dienstag durchbrach ein Traktor eine Polizeisperre. Ein Polizeiauto wurde mit Heu gefüllt, Straßen blockiert. Die Polizei warnte vor Grenzüberschreitungen.

In den Niederlanden gehen die Proteste wütender Landwirte weiter. Am späten Dienstagabend haben Landwirte mit einem Traktor eine Polizeiabsperrung vor dem Wohnhaus von Umweltministerin Christianne van der Wal durchbrochen. Ein Polizeiauto sei beschädigt und ein Gülletank geleert worden, teilte die Polizei in der Nacht zum Mittwoch bei Twitter mit. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Ministerin war zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause, wie die Agentur ANP unter Berufung auf einen Sprecher berichtete.

Das Polizeiauto war von Protestteilnehmern bis zum Rand mit Heu gefüllt worde. Ein Bild auf Twitter zeigt das Auto, bei dem das Heu aus den Fenstern quillt.

Bauern haben Grenzen überschritten

Die Situation in Hierden östlich von Amsterdam sei bedrohlich und inakzeptabel gewiesen, hieß es nach dem Polizeieinsatz. Es seien «Grenzen überschritten» worden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, demonstrieren die Bauern in den Niederlanden bereits seit vergangener Woche gegen geplante Maßnahmen der niederländischen Regierung, die Stickstoffemissionen drastisch zu senken. Seit diesem Montag entlädt sich in der Bauerndemonstration immer mehr Wut gegen die Regierung.

Bereits am Montagabend hatten sich wütende Bauern vor dem Wohnhaus der Ministerin versammelt. Am Dienstag zogen Landwirte mit Dutzenden von Treckern zum Parlament in Den Haag, wo die angekündigte Reduzierung von Stickstoff-Emissionen beraten werden sollte. Wie bereits am Vortag sorgten Straßenblockaden erneut für lange Staus in einigen Teilen des Landes.

Regierungsentscheidung bedroht bäuerliche Existenzen

Der Ausstoß von Stickstoff muss nach einem höchstrichterlichen Urteil stark reduziert werden. Bei Naturgebieten soll der Schadstoff-Ausstoß um rund 70 Prozent verringert werden. Das kann nach Regierungsangaben das Aus für etwa 30 Prozent des Vieh-Betriebe bedeuten.

Mit Material von dpa

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