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Klimaerwärmung und Landwirtschaft

Habeck: Klimawandel verändert Grundannahmen für die Landwirtschaft

Vertrocknetes Maisfeld
am Mittwoch, 19.08.2020 - 09:37 (1 Kommentar)

Grünen-Chef Robert Habeck fordert, die Landwirtschaft stärker an den Klimawandel anzupassen.

Robert Habeck, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen

Wasserknappheit und heiße Temperaturen seien für Landwirte ein immer drängenderes Problem, „vor dem niemand mehr die Augen verschließen kann“, sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur.

„Das Extrem wird zur Regel. Und das verändert die Grundannahmen, auf denen Landwirtschaft bisher betrieben wurde.“

Um die Situation zu meistern, sei es höchste Zeit, die Anpassung der Landwirtschaft an die Klimakrise anzugehen – und zwar sowohl beim Anbau von Pflanzen als auch in der Tierhaltung.

Habeck für flächengebundene Tierhaltung

Es brauche etwa Misch- statt Monokulturen, vielfältigere Fruchtfolgen mit Pflanzen, die resistent gegen Hitze und Trockenheit seien, mehr Bäume auf landwirtschaftlichen Flächen, andere Saat- und Erntetermine und mehr Ökolandbau, sagte Habeck.

Tierbestände müssten reduziert werden, sodass ein Betrieb nur so viele Tiere habe, wie er mit dem Ertrag seiner Flächen grundsätzlich ernähren könne. „Ziel ist, weniger Tiere, dafür mehr Platz und gute Versorgung“, sagte er. Im Sommer 2018 habe die Futterversorgung für die Tiere nicht ausgereicht, es sei zu Notschlachtungen gekommen.

Rukwied fordert staatliche Hilfe für Mehrgefahrenversicherung

Am Vortag hatte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bei der Vorstellung der Erntebilanz auf die höheren Risiken aufmerksam gemacht, mit denen Landwirte wegen des Klimawandels konfrontiert seien. Sie setzten auf bodenschonende Verfahren und resistente Arten und Züchtungen. Er forderte aber auch Staatshilfe beim Aufbau einer Mehrgefahrenversicherung, um Bauern abzusichern.

Linke unterstützen Zuschüsse zu Versicherungen

Der klimapolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Lorenz Gösta Beutin, hatte daraufhin gefordert, der Staat dürfe die Landwirte nicht weiter „auf dem Trockenen sitzen“ lassen. Neben staatlichen Soforthilfen für Klimaschäden müssten Klimaversicherungen bezuschusst werden. Die Mehrzahl der Landwirte könne sich die teuren Versicherungen bisher nicht leisten. Im Gegenzug müsse die Landwirtschaft noch stärker in Klimaschutz investieren.

FDP setzt auf steuerfreie Rücklagen und Pflanzenzüchtung

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Gero Hocker, hatte „entschiedenes Handeln“ gefordert - etwa die „konsequente Förderung digitaler Technologien“ und eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, die der Bauernverband schon lange fordert. Zudem müssten die Zulassung moderner Pflanzenschutzmittel beschleunigt und moderne Gentechnik-Methoden vorangebracht werden.

Mit Material von dpa

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