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Handelstreit

Handelsstreit mit den USA eskaliert

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
31.05.2018

Im Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union kommt es offenbar zu einer Eskalation.

Das berichten am Donnerstag jedenfalls zahlreiche Medien unter Berufung auf eine Pressekonferenz von US-Handelsminister Wilbur Ross.

Danach sollen neue US-Zölle auf Stahl- und Aluminium-Importe ab diesem Freitag auch für die Europäische Union gelten. Die bis zum 1. Juni bestehende Ausnahmeregelung läuft dann auch für Kanada und Mexiko aus.

EU will mit Gegenmaßnahmen reagieren

Die Europäische Union hatte bereits vorab erklärt, auf Strafzölle entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.+ Dazu gehören höhere Importzölle für bestimmte US-Produkte wie etwa Motorräder, Whiskey und Jeans.

US-Präsident Donald Trump brachte daraufhin allerdings Einfuhrzölle von bis zu 25 Prozent auf europäische Autos ins Spiel.

Bis zuletzt hatte sich die EU um eine Verhandlungslösung bemüht. Ein letztes Krisengespräch zwischen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und US-Handelsminister Ross am Mittwoch brachte jedoch keinen Erfolg.

Politik fordert harte Haltung

Verschiedene deutsche und europäische Politiker, wie etwa Bundesfinanzminister Olaf Scholz und der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, plädieren für eine harte Haltung der EU gegenüber den USA. Europa müsse entschlossen reagieren, sagte Scholz in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters kurz vor seiner Abreise zum G7-Finanzministertreffen nach Kanada.

Der Wirtschaftsrat der CDU  befürchtet eine weitere Eskalation im Zollstreit mit den USA. Das meldet  die Nachrichtenagentur Reuters. Dort sieht man in den neuen US-Zöllen möglicherweise nur den ersten Schritt eines transatlantischen Handelsstreits. Deshalb fordert der CDU-Wirtschaftsrat, dass die EU den USA ein transatlantisches Handelsabkommen anbieten sollte.

China senkt die Zölle

Während sich der Handelsstreit zwischen der EU und den USA zuspitzt, geht China offenbar den entgegengesetzten Weg. Die Chinesen wollen nach Angaben ihres Finanzministeriums die Einfuhrzölle für Konsumprodukte vieler Länder ab dem 1. Juli senken.

Die neuen Zölle gelten danach für 1.449 Produkte und werden im Schnitt von 15,7 auf 6,9 Prozent gesenkt. Die reduzierten Zölle sind nach chinesischen Aussagen Teil der Bemühungen Chinas, seine Märkte weiter zu öffnen.

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