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Artenvielfalt Bayern

Heidl: Volksbegehren gefährdet Erfolg des Öko-Landbaus

Blumenwiese
am Donnerstag, 17.01.2019 - 09:51 (Jetzt kommentieren)

Für BBV-Präsident Walter Heidl weist das bayerische Volksbegehren "Artenvielfalt" den falschen Weg. Er befürchtet vor allem Nachteile für die Ökobetriebe.

Das Volksbegehren "Artenvielfalt" in Bayern will laut eigenen Aussagen den "Rückgang der Arten minimieren". Dafür soll  das bayerische Naturschutzgesetz in wesentlichen Teilen verbessert werden, heißt es auf der Internetseite der Initiatoren.

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes Walter Heidl betont in einer Pressemitteilung, dass jeder zweite Bauer in Bayern sich vertraglich dazu verpflichtet hat, freiwillig mehr für den Umwelt- und Naturschutz zu tun. Fast 40 Prozent der Fläche werden nach Richtlinien von KULAP & VNP bewirtschaftet. Die nötige Honorierung erhalten Landwirte über die Umweltprogramme im Rahmen der EU-Agrarpolitik. Für ihn weise das Volksbegehren den falschen Weg.

Statement von BBV-Präsident Walter Heidl

"Wir Bauern haben ein großes Interesse daran, die Artenvielfalt in Bayern zu schützen und die wichtigen natürlichen Kreisläufe zu erhalten. Doch das Volksbegehren zur Artenvielfalt weist den falschen Weg. Statt das bäuerliche Engagement für den Umwelt- und Naturschutz anzuerkennen und weiter zu stärken, wird Stimmung gemacht und nach neuer Reglementierung gerufen", sagt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl.

"Dabei zeigen die Bäuerinnen und Bauern in Bayern seit Jahren, wie erfolgreicher Umwelt- und Naturschutz auf Augenhöhe funktioniert: Kooperation vor Ordnungsrecht, das ist das Erfolgsrezept – und das muss es auch bleiben. Dazu hat sich die bayerische Staatsregierung im Eigentumspakt verpflichtet.

Und Landwirte, Waldbesitzer und Eigentümer füllen dieses Konzept mit Leben. Zusammen mit dem Landesverband Bayerischer Imker, der BayWa und der BSV-Saaten starten wir in wenigen Tagen die Aktion „Bayern blüht auf“ mit kostenlosem Saatgut für 500 engagierte Blühbotschafter und Blühflächen in ganz Bayern.

Es geht uns aber um mehr als Blühflächen auf den Äckern. Es geht um bienenfreundliche Gärten, um kommunale Flächen und die Zusammenarbeit mit den Imkern. Hinzu kommt unsere bereits seit Jahren laufende Initiative „Blühende Rahmen“ sowie die enormen Leistungen der Bauern für den Umwelt- und Naturschutz zum Beispiel im Greening, im Kulap oder im VNP."

Ein Desaster für den Ökomarkt

"In einem Punkt beschreitet das ÖDP-Volksbegehren vollends einen Irrweg: Eine Ausdehnung des Ökolandbaus auf 20 bis 30 Prozent per Gesetz würde in einem Desaster für den Markt für regionale Bio-Erzeugnisse enden. Die Zahl der Öko-Betriebe in Bayern wird in Kürze die Marke von 10.000 überschreiten – eine erfreuliche Entwicklung, vor allem, weil der Markt bisher steigende Mengen gut aufnehmen konnte. Aktuell führen Molkereien aber lange Wartelisten mit Bauern, die auf Bio umsteigen wollen. Nun muss die Nachfrage nachziehen und sich weiter steigern", sagt Bauernpräsident Walter Heidl.

"Statt per Gesetz einen Ökoflächenanteil zu verordnen, müssen wir erreichen, dass die Verbraucher beim Einkaufen von Bioprodukten auf die Herkunft achten und bevorzugt „Bio aus Bayern“ in den Einkaufswagen legen. Das ist die beste Bio-Förderung überhaupt. Das Potential ist da – denn bei der Bio-Milch werden noch über ein Drittel, bei der Bio-Butter über 40 Prozent Importware verkauft."

Über das Volksbegehren

Das Volksbegehren Artenvielfalt ist ein Bündnis von Menschen, Organisationen und Unternehmen. Ungefähr 100 Bündnispartner unterstützen das Volksbegehren Artenvielfalt. Getragen wird Rettet die Bienen! von der ÖDP (Initiatorin des Volksbegehrens), dem LBV (Landesbund für Vogelschutz) und den Grünen, Bayern. Wesentliche Mitunterstützer sind ABL Bayern, Bund Naturschutz Bayern, Landesverband Bayrischer Imker, LVÖ, Omnibus für direkte Demokratie, Protect the Planet und die Umweltstiftung.

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