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Hessenwahl

Hessischer Bauernverband setzt auf Zusammenarbeit mit den Grünen

Hessischer Landtag
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
30.10.2018

Der Hessische Bauernverband (HBV) setzt auch in der kommenden Legislaturperiode auf Zusammenarbeit mit den Grünen.

„Wir gehen davon aus, dass die Ressortzuständigkeit für Landwirtschaft in einer künftigen Landesregierung bei den Grünen bleiben wird“, erklärte HBV-Generalsekretär Peter Voss-Fels  gegenüber dem Pressedienst Agra-Europe.

Voss-Fels bescheinigte der bisherigen und nach seiner Einschätzung wohl auch künftigen hessischen Landwirtschaftsministerin Priska Hinz Gesprächsbereitschaft gegenüber den Vertretern der Landwirtschaft.

Nach anfänglichem Misstrauen zu Beginn dieser Legislaturperiode sei es gelungen, Vertrauen zwischen dem Berufsstand und der grünen Ministerin aufzubauen. In der Folge habe man gemeinsam getragene Vorhaben auf den Weg bringen können. Voss-Fels nannte das Sonderprogramm Milch, den Zukunftspakt Landwirtschaft oder auch das Vorhaben „Bienenfreundliches Hessen“. Auch dem angestrebten Ausbau des Ökolandbaus stehe der HBV offen gegenüber, „wenn er in Einklang mit den Markgegebenheiten erfolgt“.

Unnachgiebig in Tierschutzfragen

Priska Hinz

Voss-Fels wies aber zugleich darauf hin, dass sich das Verhältnis zwischen Verband und Ministerin in den vergangenen Monaten deutlich abgekühlt habe. Beispiele seien deren unnachgiebige Haltung in Tierschutzfragen, etwa im Hinblick auf die Ferkelkastration, oder auch der Stopp der Förderung von gesüßter Schulmilch.

Voss-Fels: Grüne sollten nicht überziehen

Mit Nachdruck warnte der HBV-Generalsekretär die Grünen davor, angesichts ihres guten Wahlergebnisses den Bogen in der Agrarpolitik künftig zu überspannen. Er hoffe, dass die hessischen Grünen in den kommenden fünf Jahren nicht auf „grün pur“ setzten und damit den Fehler ihrer Parteifreunde in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wiederholten, Politik über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu machen.

Wichtige Verbandsanliegen seien eine Reduzierung des Flächenverbrauchs insbesondere im Rhein-Main-Gebiet, eine Tierschutzpolitik mit Augenmaß und eine Absage an hessische Sonderwege, etwa in der Pflanzenschutzpolitik. „Wir wollen da anknüpfen, wo wir vor einem halben Jahr angefangen haben“, so Voss-Fels.

Mit Material von Agra-Europe
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