Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Brexit

Hogan: EU hätte für harten Brexit Hilfsmaßnahmen im Köcher

am Donnerstag, 17.01.2019 - 17:04 (Jetzt kommentieren)

Die EU-Kommission will im Falle eines harten Brexits den europäischen Landwirten mit Hilfsmaßnahmen zur Seite stehen. Das sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan heute auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin.

Phil Hogan IGW

Hogan betonte, er hoffe weiterhin, dass ein Brexit ohne Abkommen vermieden werde könne und die britische Regierung die EU darüber informiere, was sie wolle. Für den Fall eines "No Deal" bereite sich die Kommission aber vor.

"Wir haben Erfahrungen mit plötzlichen Marktstörungen", sagte Hogan und erinnerte in diesem Zusammenhang an das Russlandembargo. Die EU habe ein breites Portfolio an Hilfsmaßnahmen, das zum Einsatz kommen könne.

"Wir bereiten uns auf alles vor"

Im Falle eines Austritts Großbritanniens aus der EU ohne Abkommen würden für die Landwirtschaftsbetriebe, die ins Vereinigte Königreich exportieren, zusätzliche Kosten entstehen, sagte Hogan weiter. "Wir bereiten uns auf alle Eventualitäten vor."

Die deutsche Agrar- und Ernährungsbranche ist wegen der anhaltenden Brexit-Unsicherheit in großer Sorge. Der Agrar-Exportüberschuss Deutschlands im Handel mit Großbritannien beträgt laut DBV-Präsident Joachim Rukwied rund 3,5 Milliarden Euro und ist damit fast doppelt so groß wie der gesamte Agrarexportwert in die USA. 

Kein Budget vor der Europawahl

Hogan ging auch auf die Verhandlungen über den mittelfristigen Finanzrahmen (MFR) der EU für die Zeit nach 2020 ein. Nach seinen Worten ist inzwischen klar, dass es keine Einigung vor der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai dieses Jahres geben wird. Der Ire setzt auf einen Beschluss unter finnischer EU-Präsidentschaft im Oktober 2019. Dann wäre es voraussichtlich an der Bundesregierung, im zweiten Halbjahr 2020 unter deutschem Vorsitz die Verhandlungen über den MFR und die GAP abzuschließen.

Molkereien haben eine Ausrede weniger

Im Hinblick auf den Abbau der Interventionsbestände an Magermilchpulver stellte Hogan fest, die Molkereien hätten nun eine Entschuldigung weniger, die Milchpreise niedrig zu halten. Es sei der Kommission gelungen, die Milchpulverbestände in sehr vorsichtiger und erfolgreicher Weise abzubauen. Wenn die Milchpreise auf dem aktuellen Niveau blieben, hätten die Milchviehhalter Gelegenheit, "Geld zu verdienen" und die Verluste schlechterer Jahre auszugleichen.

Mit Material von dpa

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...