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Folgen des Kriegs in der Ukraine

Hohe Energiepreise: Frankreich zahlt Beihilfen für Landwirte

Landschaft mit Agrarflächen in Nordfrankreich
am Freitag, 18.03.2022 - 11:33 (Jetzt kommentieren)

Um die finanziellen Folgen des Kriegs in der Ukraine für die französischen Landwirte abzumildern, plant die Regierung steuerliche Maßnahmen zur Entlastung und Beihilfen für die energieintensiven Bereiche.

Über einen Resilienzplan will die französische Regierung den Unternehmen des Landes, die von den Folgen des Krieges stark betroffen sind, unter die Arme greifen. Dafür sind insgesamt 25 Mrd. Euro vorgesehen.  

Frankreichs Landwirtschaftsminister Julien Denormandie erklärte am Mittwoch (18.03.), mit welchen Hilfen die landwirtschaftlichen Betriebe rechnen können: Für die Verbrauchssteuer auf Energieträger (TICPE) soll es eine vorzeitige Rückerstattung geben. Außerdem wird voraussichtlich ein Vorschuss für ein Viertel der Rückerstattung des kommenden Jahres gewährt.

400 Mio. Euro für energieintensive Bereiche

Noch in dieser Woche soll laut Denormandie über außerplanmäßige Lieferverhandlungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit den Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen beraten werden, um die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine einzupreisen. Darüber hinaus will die Regierung die Düngerversorgung absichern. In diesem Zusammenhang signalisierte Denormandie, dass die geplante Verschärfung der Vorgaben für die Lagerung von Ammoniumnitrat verschoben werden soll. Durch die Förderung der Gründüngung und des Einsatzes organischer Düngemittel soll in Frankreich eine „Stickstoffsouveränität“ geschaffen werden.

Gemüsebauern, Geflügelhalter, Zuckerfabriken, Hersteller von Milchpulver und weitere energieintensive Unternehmen der Agrar- und Ernährungsindustrie können mit Beihilfen rechnen. Zur Verfügung stehen sollen 400 Mio. Euro, die der Staat innerhalb von zwei Monaten auszahlen will. Weitere 60 Mio. Euro sind geplant, um Landwirte bei der Zahlung ihrer Sozialversicherungsbeiträge zu unterstützen.

Bauernverband will langfristige Resilienz

In der aktuellen Situation begrüßte der französische Bauernverband (FNSEA) die Maßnahmen im grundsätzlich. Jedoch werde dadurch nur kurzfristig Entlastung geschaffen. Bedauerlich sei, dass der Anstieg der Treibstoffkosten nicht vollständig aufgefangen werde.

Vor dem Hintergrund der beginnenden Feldarbeiten befänden sich viele Betriebe in einer äußerst angespannten finanziellen Situation, erklärte der Verband. Die mittel- und langfristigen Pläne zur Absicherung der Agrarproduktion sollten baldmöglichst konkretisiert und auch auf europäischer Ebene verankert werden.  

Mit Material von AgE
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