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Humus im Boden: Sind C02 Zertifikate Greenwashing fürs Klima?

landwirtschaftlicehr boden.
am Montag, 06.12.2021 - 07:00 (2 Kommentare)

Kohlendioxid aus der Atmosphäre und vor allem aus der eigenen Klimabilanz bekommen – Unternehmen wollen sich den Boden dafür bereiten. Doch der Handel mit solchen CO2-Zertifikaten ist schwierig. Es besteht der Verdacht des Greenwashing.

Es klingt so gut. Bei guter Bewirtschaftung kann CO2 einfach im Boden verschwinden. Humusaufbau ist das Zauberwort. Davon haben alle was: das Klima, der Unternehmer, der seine Bilanz aufhübschen und der Landwirt, der an seinem CO2-Speicher verdienen kann. Es winkt ein Milliardenmarkt.

Doch pünktlich zum Welttag des Bodens am 5. Dezember warnen Umweltschützer vor falschen Hoffnungen und Versprechungen. Sie fordern stattdessen, dass Landwirte mehr Geld für den Humusaufbau bekommen sollten.

Markt für CO2- oder Humus-Zertifikate boomt

In einer gemeinsamen Presseerklärung warnen unter anderem der WWF und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., dass CO2-Emissionszertifikate kein geeignetes Instrument zum Erhalt und Aufbau von Humus seien. Knackpunkt dabei ist nicht die prinzipielle Speicherfähigkeit des Bodens. In der Kritik steht, dass Unternehmen den Boden als Ausgleich für ihre CO2-Bilanz hernehmen, anstatt ihren CO2-Ausstoß wirksam zu reduzieren.

Und das Interesse dafür ist da; der Markt für solche CO2- oder Humus-Zertifikate boomt. Zertifikate-Anbieter stellen das sogenannte „Carbon Farming“ als wirkungsvolles Instrument zum Erreichen der „Klimaneutralität“ dar.

CO2 Zertifikate unterhöhlen Klimaschutz

Doch der Boden ist keine Bank, in der Humus dauerhaft festgelegt ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass Humus wieder zerfällt und das CO2 wieder frei wird. Zudem sind die Zuwachsraten zumeist ungenau und der Boden erreicht irgendwann sein Limit. Damit steht zwar ein Klimanutzen auf dem Papier. In der Realität ist aber kein Treibhausgas eingespart oder gar dauerhaft dem System entzogen.

Mit Zertifikaten würde damit die ganze Klimaschutzpolitik unterhöhlt, warnen die Umweltschützer. Sie setzen auf eine bodenschonende Landwirtschaft, die CO2 im System hält. Zudem fordern sie eine Förderung der Landwirte und den Erhalt gesunder Ökosysteme. Große Kohlenstoffsenken wie Moore, Grünland und Wälder müssten für den Klimaschutz besonders geschützt werden.

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