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Rindermast

Warum irische Mäster 100 Mio. Euro bekommen

am Donnerstag, 13.06.2019 - 12:12

Wegen der möglichen Brexitfolgen bekommen irische Rindermäster 100 Mio. Euro. Details des EU-Hilfspakets sind noch unklar.

Kälber Irland

Wie es sich in den letzten Wochen bereits angedeutet hatte, will die Europäische Kommission den Rindfleischerzeugern in Irland nun tatsächlich mit einem Hilfspaket unter die Arme greifen.

Das geht aus dem aktuellen Entwurf für eine entsprechende Durchführungsverordnung der Brüsseler Behörde hervor. Demzufolge soll Irland für Sondermaßnahmen im Rind- und Kalbfleischsektor einmalig 50 Mio. Euro erhalten.

Die Regierung in Dublin hatte bereits im Vorfeld signalisiert, diese Summe um weitere 50 Mio. Euro aufstocken zu wollen. Damit wird das im Verordnungsentwurf gesetzte Limit für die Kofinanzierung voll ausgeschöpft. Bedingung ist, dass Irland seinen Anteil bis zum 31. Mai 2020 auszahlt.

Wettbewerb darf nicht gestört werden

Zugleich ist die Unterstützung der Kommission an eine Reihe weiterer Auflagen gebunden. Die Regierung in Dublin muss bis spätestens 31. Juli konkrete Details zu den geplanten Hilfsmaßnahmen in Brüssel vorlegen und außerdem die beabsichtigten Auswirkungen auf den heimischen Rindfleischmarkt skizzieren.

Überdies dürfen die geplanten Hilfen die Wettbewerbsfähigkeit des Rindfleischsektors in anderen Mitgliedstaaten nicht beeinträchtigen.

Begründet werden die Sonderhilfen für Irland mit der besonders angespannten Situation angesichts der Ungewissheit über einen möglichen Brexit. Nach Angaben der Kommission geht derzeit rund die Hälfte aller irischen Rindfleischexporte in das Vereinigte Königreich.

Deutsche Bullenpreise sind auf Dreijahrestief

Die Präsidenten des Dachverbandes der dänischen Land- und Ernährungswirtschaft (L&F), Martin Merrild, sowie des niederländischen Bauernverbandes (LTO), Marc Calon, kritisierten, dass ausschließlich die irischen Rinderhalter die Extrahilfen erhalten sollen.

Auch die Rindfleischerzeuger in anderen Mitgliedstaaten hätten mit der Unsicherheit durch den Brexit zu kämpfen, geben die beiden Verbandspräsidenten in einem Brief an EU-Agrarkommissar Phil Hogan und EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, zu bedenken. Derzeit sind die deutschen Jungbullenpreise laut AMI so niedrig wie seit drei Jahren nicht mehr.

Merrild und Calon forderten die Kommission auf, alle Details des Hilfspakets offenzulegen. Brüssel müsse darauf achten, dass eine Störung des Wettbewerbs zwischen den Mitgliedstaaten vermieden werde.

Mit Material von AgE
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