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Überschwemmung

Wieder Jahrhundertflut in Australien: Landwirte in Not

Rinder im Wasser
am Montag, 07.03.2022 - 15:15 (Jetzt kommentieren)

Die schweren Unwetter im Osten Australiens setzen auch Landwirten zu; vielerorts wird das Futter knapp, Tiere müssen vor dem Ertinken gerettet werden und sogar eine Molkerei hat es erwischt.

Es regnet. Und scheint nie aufzuhören. Seit Tagen fallen in den australischen Bundesstaaten Queensland und New South Wales Regenmengen, die sonst im ganzen Jahr zusammenkommen. Im Ort Doon Doon beispielsweise hat man 1.040 mm Niederschlag in 48 Stunden gemessen. Es ist geradezu biblisch. Die Fluten haben etliche Orte zerstört, mehr als ein Dutzend Menschen kamen ums Leben.

Auch Landwirte in der Region hat es hart getroffen. Zum Beispiel Betriebe der größten australischen Milch-Kooperative Norco: Rinder ertranken, mitunter wurden sie fortgespült. Zäune, Weiden, Infrastruktur und sogar ganze Betriebe sind auf lange Zeit unbrauchbar. Mehrere hunderttausend Liter Milch verdarben. Norco schätzt, dass rund die Hälfte ihrer 200 Farmen in New South Wales und Queensland betroffen ist.

Und damit nicht genug, denn durch das Wasser ist die Versorgung der Tiere mit Futter und Frischwasser vielerorts nicht mehr gewährleistet. Die Weiden sind unbrauchbar und Pumpen laufen nicht mehr, um Wasser für die Tiere bereit zu stellen. Viele Farmer stehen vor dem Nichts und die Aufräumarbeiten werden dauern.

Doch immerhin ist die Hilfe für die Landwirte bereits angelaufen. Auf private Initiativen hin verteilen Freiwillige Futterspenden über die betroffenen Regionen; hunderte Heuballen haben die Katastrophengebiete bereits erreicht. Die Regierung hat den Landwirten finanzielle Hilfe zugesichert.

Klimakrise bringt Dürre und Flut

Auch Hühnerhalter hat es erwischt, Ackerland und Spezialkulturen. Mancher Gemüseanbauer rechnet mit 100 Prozent Verlust. Hart getroffen hat es auch die Macadamia- und Pekanusskulturen. Die Macadamia-Ernte des Jahres ist quasi weggespült.

Abschließend lassen sich die Schäden für die Landwirtschaft aber noch nicht beziffern. Leider ist die Flut kein Einzelfall. Schon vor einem Jahr hatte es die Region übel erwischt.

Bei den Unwettern in diesem Jahr sind mehrere Phänomene zusammengekommen. Da ist das Wetterphänomen La Niña: Dabei schieben Passatwinde warmes Oberflächenwasser an die Ostküste Australiens. Dieses warme Wasser verdunstet leichter und liefert so mehr Nachschub für die Wolken. Die mächtigen Wolken regnen an der Küste ab, weil die erhitzten Luftmassen auf etwas kühlere Luft aus dem Süden treffen.

Zudem bewegen sich diese Tiefdruckgebiete allenfalls sehr langsam. Australische Meteorologen sprechen von „Flüssen am Himmel“ oder „Rain bombs“. Während in dem Küstenstreifen große Regenmengen niedergehen, leiden andere Landesteile unter einer Hitzewelle. Im Norden und Westen des Kontinents müssen die Menschen Temperaturen jenseits der 35 Grad ertragen.

Australien gilt als Kontinent, der sehr unter den Wetterextremen im Zuge der Klimakrise leidet. Verheerende Buschfeuer und Fluten zählen zu den Folgen.

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