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Gemeinsame Agrarpolitik

Kleine EU-Länder: Allianz für mehr Öko in der GAP

Elisabeth Köstinger
am Donnerstag, 08.10.2020 - 15:15 (1 Kommentar)

Eine Allianz aus acht EU-Staaten fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, bei der GAP-Reform unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft mehr Gewicht auf Öko-Leistungen zu legen. Initiator ist Österreichs Agrarministerin Elisabeth Köstinger.

Österreich setzt sich dafür ein, dass bei den Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ein deutlicheres Gewicht auf Öko-Leistungen der Bauern gelegt wird. Unterstützung erhält das EU-Land, das mit 22 Prozent einen recht hohen Anteil an Biobauern hat, von Finnland, Estland, Slowenien, Kroatien, Luxemburg, Malta und Zypern. Die Agrarminister dieser Länder regen aktuell in einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) an, einen stärkeren Schwerpunkt auf die langfristigen Umweltleistungen der landwirtschaftlichen Betriebe zu legen. Julia Klöckner leitet unter der laufenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft die Gespräche zur GAP-Reform.

Ziel der Allianz ist es, die Bedeutung der 2. Säule der GAP zu stärken, mit der die nachhaltige Bewirtschaftung und die Entwicklung der ländlichen Räume gefördert werden. Zwar sind die Leistungen von Landwirten für den Umwelt- und Klimaschutz bereits in der 1. Säule wichtige Voraussetzung für die Direktzahlungen von EU-Geldern. Die Allianz rund um Österreich wünscht sich aber, die langfristigen Umweltleistungen für den ländlichen Raum noch stärker zu beachten. 

Vor allem sei eine auf mehrere Jahre orientierte Planung in Säule 2 besser möglich als in Säule 1, in der die klassischen Direktzahlungen an die Betriebe aus dem EU-Budget gebündelt sind. Mit ihrem Modell könne, schreibt Elisabeth Köstinger, ein Anreiz für Mitgliedstaaten geschaffen werden, den wirksameren mehrjährigen Verpflichtungen erhöhte Priorität zukommen zu lassen. "Davon würden nicht nur die Landwirte mit einer erhöhten Planungssicherheit, sondern vor allem der Klima- und Umweltschutz in der Landwirtschaft profitieren“, so Köstinger. 

Die EU-Staaten verhandeln derzeit über die Reform der Gemeinsame Agrarpolitik, die im Sommer um 2 Jahre verschoben wurde. Eine Einigung soll bis Mitte Oktober vorliegen.
 

Mit Material von dpa; Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus Österreich

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