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Klimakrise

Klimakrise und Dürre: Milliardenschäden für Landwirte

Trockenheit
am Samstag, 14.05.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

Die Woche hat für Landwirte wenig Gutes gehabt: Hitzewelle, das Kippen des 1,5-Grad-Ziele und ein UN-Bericht über die Zunahme von Dürren und die daraus resultierenden Schäden.

Dürre ist für Landwirte existenzgefährdend. Und damit auch für alle Menschen. Laut UN-Dürrebericht ist seit dem Jahr 2000 die Zahl und Dauer von Dürreperioden weltweit um 29 Prozent gestiegen. Die Zahl wurde auf der aktuellen Weltbodenkonferenz im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste vorgestellt. Der Schaden durch Dürren beläuft sich allein für die Jahre 1998 bis 2017 auf rund 124 Milliarden Dollar (117 Milliarden Euro).

Nicht nur Afrika von Dürre betroffen

Dabei ist Dürre mittlerweile weltweit von einer Ausnahmeerscheinung zu einem Dauerthema geworden. Das spüren auch deutsche Landwirte. Besonders ist allerdings Afrika betroffen. Die letzten 100 Jahre registrierte man auf dem Kontinent 300 Dürren, das entspricht 44 Prozent all solcher Ereignisse weltweit.

In Europa gab es im vergangenen Jahrhundert immerhin 45 größere Dürren, mit einem Gesamtschaden von 27,8 Milliarden Dollar. Mittlerweile sind es im Schnitt 9 Milliarden Euro im Jahr. Die Dürre trifft rund 15 Prozent der Landfläche und etwa 17 Prozent der Bevölkerung der EU.

Im Osten Deutschlands Gefahr für Ernteausfälle

Selbst im an für sich wasserreichen Deutschland ist der Mangel an Wasser spürbar. Landwirte hoffen und stellen sich darauf ein, so gut es geht. Besonders im Osten der Republik kommt kaum genug Niederschlag an, um die Böden tiefgründig aufzufüllen. Schon fürchtet man Ernteausfälle.

Klimakrise nimmt schärfere Konturen an: 1,5-Grad könnten kippen

Trotzdem ist das vielleicht alles erst der Anfang. Meteorologen wagen erste Prognosen für 2022: heiß und zu trocken in Deutschland. Und nicht nur hier. Fast die gesamte Westhälfte der USA ist von mitunter extremer Trockenheit betroffen. Ähnlich ist es in Asien und Afrika.

Dazu passt die Meldung, dass Klimaforscher fürchten, wir könnten das 1,5-Grad-Ziel bereits in 2026 reißen. Bislang ging man davon aus, dass der Menschheit mehr Zeit bleibt. Aber der Ausstoß der Treibhausgase nimmt weiter zu. Hitzerekorde wie jetzt in Indien werden Standard.

Mehr Feuer, mehr Trockenheit, mehr Extremwetter, unsichere Landwirtschaft

Im Moment haben wir eine globale Temperaturerhöhung von 1,2 Grad. In Deutschland sind wir schon bei 1,5. Was sich zunächst nicht dramatisch anhört. Doch dahinter stecken ganze Kaskaden: Während des Hitzejahres 2018 gab es rund 20.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. Die Vegetationsperioden verschieben sich und damit Saat- und Erntetermine. Es gibt mehr und andere Schadorganismen. Wälder brennen. Oder sie stellen ihre Photosynthese ein, womit auch ihre CO2-Speicherung wegfällt. Stürme, Fluten, aber auch Spätfröste werden zunehmen. Keine Frage: Die ersten Leidtragenden sind Landwirte und Waldbesitzer.

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