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Biokrafttstoffe

Klimaschutz: Klimakabinett muss Biokraftstoffe berücksichtigen

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Josef Koch, agrarheute
am
12.04.2019

Der Maßnahmenkatalog des Bundes zum Klimaschutz enthält Lücken. Laut UFOP müssen Biokraftstoffe stärker gefördert werden.

Biodiesel tropft aus einer Zapfpistole

Im Maßnahmenkatalog des Bundesagrarministerium vermisst die Union zur Förderung von Öl und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) wichtige Aspekte, die einen erheblichen Beitrag zur Einsparung von CO2-Emissionen leisten können. Der BMEL-Katalog ist eine Folge der ersten Sitzung des Klimakabinetts im Bundeskanzleramt. 

Die UFOP vermisst jedoch eine Differenzierung in der Effektivität der jeweiligen Maßnahme, um die Klimaschutzziele in 2030 zu erreichen. Robuste und prüfbare Maßnahmen sind erforderlich als Voraussetzung für das Anrechnen auf die sektorale Verpflichtung.

Zu dieser Frage aus dem Entwurf des Klimaschutzgesetzes nimmt das BMEL jedoch nicht Stellung. Die UFOP unterstreicht die Notwendigkeit, die Klimaschutzbeiträge zu unterscheiden, die Landwirte kurzfristig leisten können und Maßnahmen, die langfristig zum Klimaschutz beitragen.

Steuervergünstigung für Biokraftstoffe nötig

In diesem Zusammenhang spielt der Rapsanbau eine wichtige Rolle. Er hängt jedoch im großen Maße davon ab, wie Rapsöl in der Zukunft für das Herstellen Biokraftstoffen verwendet wird. Die UFOP fordert deshalb, dass das Verwenden von Biokraftstoffen in der Land und Forstwirtschaft ebenfalls steuerbegünstigt gefördert werden muss als ergänzender Beitrag zum Klimaschutz.

Diese nachhaltig angebauten Rohstoffe werden über den Lebensweg bis zur Endverwendung zertifiziert. Bei kaum einem anderen Produktionsmittel ist die Treibhausgas-Minderung laut UFOP so exakt nachvollziehbar.

Die Kohlenstoffanreicherung im Boden gehört im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft zwingend dazu, ist jedoch abhängig von der zukünftigen Ausgestaltung regional bzw. betrieblich angepasster Fruchtfolgesysteme.

Raps und Leguminosen binden CO2 in den Boden

Raps als tief wurzelnde Blühpflanze sowie aus der Luft stickstoffbindende Körnerleguminosen wie Ackerbohne, Erbse und Lupine zeichnen sich nicht nur durch ihren Beitrag zur Erhöhung des Kohlenstoffgehaltes im Boden, sondern auch durch ihre hohe Vorfruchtwirkung und den für die Nachfrucht erheblich reduzierten mineralischen Stickstoffdüngerbedarf aus.

Neben Körnerleguminosen ist der heimische Raps zugleich die wichtigste nicht gentechnisch-veränderte Proteinquelle. Diese Proteinquellen ersetzen in erheblichem Maße Sojaimporte und damit den Flächenbedarf für deren Anbau in Übersee.

Deutschland könnte Steuergelder für COs-Rechte sparen

Die UFOP betont, dass der Klimaschutzbeitrag gesamtheitlich betrachtet werden muss. So kann der Sektor Landwirtschaft einen höheren Beitrag als gefordert zur CO2-Minderung leisten.

Diese „Überfüllung“ kann man mit anderen Sektoren verrechnen. Dies würde den andernfalls erforderlichen Zukaufs von Emissionsrechten aus anderen Mitgliedstaaten vermindern. Der Zukauf müsste dann nicht aus Steuermitteln finanziert werden.

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