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Tag der Erde

Klimawandel: Google zeigt Waldschäden im Zeitraffer

Ein Satellit umkreist die Erde
am Freitag, 22.04.2022 - 13:00 (4 Kommentare)

Zum 22. April, dem Tag der Erde, hat Google auf seiner Startseite ein Doodle gestellt. Es zeigt, wie sich der Klimawandel in verschiedenen Regionen über Jahrzehnte ausgewirkt hat.

Die fiese Seite des Klimawandels ist seine Langsamkeit. Starkregen oder selbst Dürren kann man als Wetter abtun, als EInzelereignisse. Aber wie sich Landschaften verändern, fällt erst auf, wenn man den Vergleich hat. Oder Aufnahmen, die Jahrzehnte in Sekunden abspielen. Zum Tag der Erde 2022 zeigt Google solche Veränderungen im Zeitraffer. Und rückt damit die Dramatik des Klimawandels einmal mehr ins Blickfeld.

Von Grönlands Gletscherschmelze bis zum Harzer Borkenkäfer

Google greift dazu unter anderem auf Bilder des Dienstes Google Earth zurück. Man sieht, wie Gletscher auf Grönland verschwinden; in 20 Jahren ist aus einer Eiswüste eine braune Fläche mit einzelnen Gletscherzungen geworden. Auch der Harz ist zu sehen; hier haben die steigenden Temperaturen den Borkenkäfern bessere Bedingungen beschert. Im Ergebnis sind viele Wälder abgestorben.

Bedrohlicher CO2-Rekord: UBA misst 418 ppm

In den 1980er Jahren lag die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre noch unter 380 ppm (Teilchen pro Million Teilchen Luft). Diesen März betrug an der Messstation des Umweltbundesamtes (UBA) auf der Zugspitze im Monatsdurchschnitt zum ersten Mal auf fast 418 ppm. Das ist Rekord. In den letzten 800.000 Jahren waren es nie mehr als 300 ppm.

Land- und Forstwirtschaft vom Klimawandel betroffen

Das Verschwinden von Gletschern ist natürlich nicht nur ein naturräumliches Phänomen. Mit den Gletschern und dem Meereis in der Arktis verändern sich auch unsere Lebensbedingungen. Weniger Meereis kann beispielsweise zu extremeren Wetterlagen führen, weil die Eisdecke normalerweise das Wettersystem stabilisiert. Für Landwirte bedeutet das eine Zunahme von Dürren, Starkregen oder späten Kaltlufteinbrüchen. Und im Wald zerbröseln jahrhundertealte Gewissheiten in Stürmen und Käferkalamitäten.

Wälder aus dem All überwachen, um schnell auf Käfer oder Brände zu reagieren

Gerade für Waldbesitzer zeigen regionale oder auch großräumige Aufnahmen, was passiert ist. Ein Blickwinkel, den man aus der kleinen menschlichen Perspektive kaum hat. Wie relevant solche Überblicke sind, weiß man auch bei der amerikanischen Raumfahrtfirma Planet Labs. Die liefert mit einer Satellitenflotte Bilder der Erdoberfläche und eben auch von Wäldern. "Das gibt uns die Möglichkeit, Veränderungen in den Wäldern nahezu in Echtzeit zu überwachen und Veränderungen zu erkennen, die durch Ereignisse wie Dürren, illegale Abholzung oder Brände verursacht werden," sagt Tabea O'Shea, Wissenschaftlerin bei Planet Labs.

DIe Zeitrafferaufnahmen fassen die Veränderungen für und durch uns Menschen auf ein Maß zusammen, das wir verstehen können. Und sie zeigen, wie wichtig ein schnelles Handeln wäre.

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