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Außenwirtschaftsstrategie

Klöckner: Agrarhandel nach klaren und fairen Regeln

Julia Klöckner
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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
26.11.2018

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich bei der Vorstellung ihrer Außenwirtschaftsstrategie ausdrücklich für einen Ausbau des internationalen Agrarhandels ausgeprochen.

Handel nach klaren und fairen Regeln sei „ein Stück Friedenssicherung", sagte Klöckner. Gemeinsame Werte der Partner sollten beim Handelsausbau die Leitlinien bilden.

Außerdem sollten bei allen Beteiligten ein hohes Maß an Verbraucher- und Tierschutz sowie eine nachhaltige Erzeugung gewährleistet sein.

Für alle Akteure müssten deshalb die gleichen Regeln und Standards gelten. Die Exportstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums sei Teil der Außenwirtschaftsstrategie der Bundesregierung, hob Klöckner hervor.

Gleiche Standards für alle

Offene Märkte böten auch für ärmere Länder Chancen, Wohlstand zu Erreichen, betonte die Ministerin außerdem. Allerdings müssten beim Warenaustausch für alle Partner die gleichen Standards gelten bzw. diese müssten von allen Handelspartnern eingehalten werden.

Export-Subventionen hätten die Europäer bereits seit Jahren abgeschafft, hob Klöckner ferner hervor. Nach ihrer Einschätzung dient der weitere Ausbau des Agrarhandels sowohl der Ernährungssicherung einer wachsenden Weltbevölkerung als auch einer besseren Verteilung knapper globaler Ressourcen.

Außerdem werde auch im globalen Handel die Digitalisierung eine stärkere Rolle spielen, etwa bei der Rückverfolgbarkeit von Produkten.

Harter Brexit noch nicht vom Tisch

Der deutsche Agrarhandel ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Laut Angabe des Landwirtschaftsministeriums betrug der Agrarexport im Jahr 2017 rund 73 Mrd. Euro. Dem stand ein Agrarimport nach Deutschland von rund 85 Mrd. Euro gegenüber.

Deutschland ist derzeit der weltweit drittgrößte Exporteur und zugleich der drittgrößte Importeur von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Nahrungsmitteln. Die größten Wachstumschancen für deutsche Agrarerzeugnisse sieht Klöckner beim Export nach Asien.

In ihrer Einschätzung zum Brexit betonte Klöckner: „Ein harter Brexit ist noch nicht vom Tisch. Er hätte für die Landwirtschaft enorme Konsequenzen". Allerdings erwartet die Ministerin stärkere Auswirkungen auf die Fischerei als auf die Landwirtschaft.

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