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Agrarpaket

Klöckner kündigt Gespräche zum Insektenschutz an

Sandbiene auf Blüte
am Mittwoch, 06.11.2019 - 11:33 (Jetzt kommentieren)

Agrarministerin Klöckner will den Insektenschutz mit Vertretern der Landwirtschaft und der Umweltverbände diskutieren. Nach einem Treffen mit den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und der Landesbauernverbände kündigte sie mehrere runde Tische an.

Julia Klöckner und Joachim Rukwied auf dem Grummetfest

Bei dem Treffen gestern in Berlin berieten Klöckner und die Verbandspräsidenten das vom Bundeskabinett beschlossene Aktionsprogramm Insektenschutz, die Novelle der Düngeverordnung und die Bauernproteste der vergangenen Wochen. Der DBV berichtete im Anschluss von einer „kontroversen Aussprache“.

Bundesministerin Klöckner kündigte an: „Es wird mehrere runde Tische der Bundesregierung mit den Vertretern der Landwirtschaft und Umweltverbänden geben, um Einzelheiten des Aktionsprogramms Insektenschutz zu diskutieren.“ Es gehe darum, die Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe fachlich zu bewerten und die Landwirte bei der Umsetzung neuer Auflagen zu unterstützen.

Ministerium will Informationskampagne starten

Klöckner wies auch darauf hin, dass die gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft gestiegen seien. Themen wie Umwelt- und Klimaschutz sowie Tierwohl bewegten die Bürger. Dass Bauern pauschal oft als „Tierquäler“ und „Umweltvergifter“ in die Ecke gestellt würden, sei aber weder richtig noch fair.

Um das gegenseitige Verständnis in Gesellschaft und Landwirtschaft zu erhöhen, will sie im neuen Jahr eine Informations- und Aufklärungskampagne starten. Auch kündigte sie die Einrichtung eines nationalen Dialogforums im Rahmen einer ‚Road-Show‘ durch Deutschland, eine Reihe von Diskussionsveranstaltungen an verschiedenen Orten im Bundesgebiet, an.

DBV besteht auf kooperativem Ansatz

DBV-Präsident Joachim Rukwied erneuerte die Forderung nach einer grundlegenden Überarbeitung des Aktionsprogramms Insektenschutz: „Der Weg wird nur über kooperativen Naturschutz und nicht über Verbote gehen“, so Rukwied.

Die Bauernverbandspräsidenten forderten von der Ministerin ein klares Signal der Wertschätzung für den Berufsstand und eine Politik mit Zukunftsperspektiven für den landwirtschaftlichen Nachwuchs. Hier waren vor allem die fehlende Investitions- und Planungssicherheit für die Tierhalter ein zentrales Thema.

Schulze erneut zum Dialog aufgefordert

Die Präsidenten begrüßten die Dialogbereitschaft von Bundesministerin Klöckner. Sie forderten zugleich, bei wichtigen Entscheidungen rechtzeitig eingebunden zu werden.

Nach Angaben des Bauernverbandes war das Gespräch auf Einladung von DBV-Präsident Rukwied zustande gekommen. Er hatte die Bundesministerinnen Julia Klöckner und Svenja Schulze zum Gespräch aufgefordert. Schulze hat sich dem bisher entzogen. Rukwied erneuerte die Einladung an die SPD-Umweltministerin und forderte sie auf, mit den Landwirten in den Dialog zu treten.

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