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Düngeverordnung

Klöckner lädt zum Krisengipfel zur Düngeverordnung

Sauberes Wasser Demo Münster
am Donnerstag, 04.04.2019 - 15:13 (Jetzt kommentieren)

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner lädt für Montag zu einem Krisengipfel nach Berlin, um über die von der EU-Kommission verlangte Verschärfung der Düngeverordnung zu beraten.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Auf der heutigen Protestveranstaltung mit Tausenden von Landwirten in Münster kündigte Klöckner an, das Bundesumweltministerium, die Umwelt- und Landwirtschaftsminister der Bundesländer sowie die Verbände der Landwirtschaft, der Wasserwirtschaft und des Umweltschutzes an einen Tisch bringen zu wollen.

Das Ziel ist ein Kompromiss in dem anhaltenden Streit zwischen den Bundesressorts für Landwirtschaft und Umwelt, der auch von EU-Umweltkommissar Karmenu Vella akzeptiert werden kann.

Konkret will Klöckner eine flexible Umsetzung der Forderung aus Brüssel erreichen, die Düngung in besonders mit Nitrat belasteten Gebieten um 20 Prozent unter den Pflanzenbedarf zu reduzieren.

Sie verwies in Münster auf den von ihr gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser ausgearbeiteten 7-Punkte-Plan zur Begleitung der Nährstoffreduzierung hin.

Klöckner lädt Umweltkommissar Vella nach Deutschland ein

Klöckner erinnerte daran, dass an 28 Prozent der 700 landwirtschaftlichen Messstellen in Deutschland der Nitratgrenzwert im Grundwasser überschritten werde. Ein grundsätzlicher Trend zur Abnahme der Belastung sei nicht festzustellen, so die CDU-Politikerin.

Nach eigenen Angaben lud Klöckner den zuständigen EU-Umweltkommissar Vella nach Deutschland ein. Er soll sich vor Ort darüber informieren, welche Schritte die deutsche Landwirtschaft zur Reinhaltung des Grundwassers unternommen hat.

Klöckner unterstrich in Münster, das Trinkwasser in Deutschland sei sauber und rein. Teil der Wahrheit sei aber auch, dass der Aufwand der Wasserwirtschaft zur Aufbereitung des Grundwassers zugenommen habe. Das gehe am Verbraucher nicht spürlos vorüber und das könne die Politik nicht einfach ignorieren.

6.000 Landwirte demonstrieren in Münster

An der Kundgebung in Münster nahmen rund 6.000 Landwirte teil. Mehrere hundert Trecker standen rund um den Domplatz in Münster. Unter dem Motto „Bauern brauchen Zukunft - Zukunft braucht Bauern!“ veranstalteten der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) die Demonstration.

„Keine 0-Diät für mein Gemüse“, „Mit 20% Unterversorgung ist kein Brotgetreide mehr möglich“ und „Bald nur noch kräftig gedüngte Erdbeeren und Brokkoli aus dem Ausland?“ stand auf den Schildern, mit denen die Bauern ihre Sorgen über die angekündigten Verschärfungen des Düngerechtes vortrugen.

RLV-Präsident Bernhard Conzen betonte, die regionale Erzeugung von Gemüse, Kartoffeln und Qualitätsgetreide stehe auf dem Spiel.

Kundgebung in Münster: Dafür kämpfen die Landwirte

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