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Tierwohl

Klöckner legt Eckpunkte zum staatlichen Tierwohl-Label fest

Zwei Ferkel auf Stroh
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
07.05.2018

Das staatliche Tierwohl-Label wird freiwillig sein und in drei Stufen angeboten. Das hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner entschieden.

Nach einem Gespräch mit Agrar-, Tierschutz- und Verbraucherverbänden in der vergangenen Woche legte Klöckner eine Reihe von Eckpunkten fest:

  • Das freiwillige Label wird drei Stufen haben.
  • Die Eingangsstufe soll eindeutig über dem gesetzlichen Standard liegen („Initiative Tierwohl PLUS“).
  • Die Teilnahme an der Kennzeichnung ist freiwillig, aber wer am Label teilnimmt, muss die Kriterien verbindlich einhalten.
  • Umfassende Einbindung aller Vermarktungswege für Fleisch und Fleischerzeugnisse (Verarbeitungsprodukte).
  • Breite Beteiligung der ganzen Kette (u.a. Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk und Verarbeiter).
  • Mitnahme einer großen Anzahl von Landwirten, die mehr für das Tierwohl tun wollen und
  • insbesondere derjenigen, die bereits in der Brancheninitiative Tierwohl (ITW) engagiert sind.
  • Staatliche Förderung zur Erreichung dieser Ziele ( u.a. Stallumbau, Verbraucher Werbekampagne).

EU-weite Kennzeichnung ist das langfristige Ziel

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

"Unsere Kennzeichnung wird klar, wahr und verlässlich sein. Wir werden das Label so attraktiv machen, dass viele Landwirte mitmachen und sich dadurch die Haltungsbedingun- gen der Nutztiere spürbar verbessern", versprach Klöckner.

In der EU will sich die Ministerin dafür einsetzen, eine umfassende Haltungskennzeichnung EU-weit einzuführen.

Keine Deutschland-Fahne auf dem Logo

Staatliches Tierwohllabel

Klöckner kündigte auch an, den Logo-Entwurf ihres Amtsvorgängers zu verwerfen. Auf die schwarz-rot-goldene Flagge will sie verzichten.

Die Deutschland-Fahne würde von den Verbrauchern als Herkunft des Fleisches verstanden werden, stellte die Ministerin fest. Da aber auch Fleisch aus dem Ausland das Siegel tragen könne, wenn es die Tierwohlkriterien erfülle, würde das laut Klöckner zur Verbrauchertäuschung führen.

Zahlen statt Sterne zur Kennzeichnung

Die Kennzeichnung von Eiern ist Klöckner zufolge nicht 1 zu 1 zum Beispiel auf die Haltung von Schweinen oder Rindern zu übersetzen, da sich ein Mehr an Tierwohl auch an den
Beschäftigungsmöglichkeiten für das Tier, am Futter und dem Platzangebot misst.

Dennoch zeigte sich die Bundesministerin offen für eine optische Neugestaltung des Labels, bei dem nicht Sterne, sondern Zahlen Orientierung bieten könnten. Die Zahl 0 könnte dann in der europäischen Erweiterung für die Kennzeichnung lediglich des gesetzlichen Standards sein.

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