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Ferkelaufzucht

Klöckner: Lokalanästhesie bei der Ferkelkastration ungeeignet

Ferkel im Stall
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
28.11.2018

Eine lokale Betäubung bei der Ferkelkastration genügt nicht den Anforderungen des Tierschutzgesetzes, weil bisher keine Studien vorliegen, die belegen, dass das Verfahren zu einer Schmerzausschaltung führt. An dieser Einschätzung hält Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fest.

Julia Klöckner

Nach einem Runden Tisch mit Koalitionsabgeordneten sowie Vertretern der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft, des Lebensmitteleinzelhandels, der Tierärzte und der Wissenschaft gestern (27.11.) in Berlin erklärte Klöckner: „Deutlich wurde, dass wesentliche Branchenvertreter aller Stufen der Lebensmittelkette die rechtskonformen Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration unterstützen. Das ist ein entscheidendes Ergebnis, um die nächsten zwei Jahre zielgerichtet für die Umstellung auf tierschutzgerechte Verfahren zu nutzen.“

Klöckner sieht drei praxistaugliche Alternativen

Das Ministerium nannte die drei Verfahren:

  • die Jungebermast
  • die Impfung gegen Ebergeruch und
  • die chirurgische Kastration unter Betäubung

als praxistaugliche und rechtskonforme Alternativen zur betäubungslosen Kastration.

Nach dem Tierschutzgesetz ist die betäubungslose Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 verboten. Ein Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen sieht eine Fristverlängerung zur Umsetzung des Verbotes um zwei Jahre vor. Der Bundestag wird am Donnerstag, den 29. November über die Verlängerung abstimmen. Der Ernährungsausschuss hat eine Verlängerung bereits befürwortet.

"Mit mir" ist keine weitere Verlängerung machbar

Die Ministerin machte deutlich: „Eine weitere Verlängerung der Übergangsfrist wird es mit mir nicht geben. Mit meinem Ministerium werden wir hier geeignete Rahmenbedingungen setzen, nach unseren Möglichkeiten unterstützen, damit die betäubungslose Ferkelkastration mit Beginn des Jahres 2021 tatsächlich ein Ende hat."

Dazu gehört laut Klöckner der Erlass einer Verordnung, die Landwirten mit nachgewiesener Sachkunde die Durchführung der Isoflurannarkose ermöglicht, die Weiterentwicklung praxistauglicher Alternativen oder auch die Aufklärung der Verbraucher. Klar sei aber auch: Die Umstellung an sich könne nur und müsse durch die Betriebe erfolgen.

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