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Pflanzenschutz

Klöckner will für Neonicotinoid-Verbot stimmen

Blühendes Rapsfeld
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
16.04.2018

Deutschland wird in Brüssel für ein Verbot von Neonicotinoiden im Freiland stimmen. Das kündigte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner an.

Julia Klöckner

Über den Kurznachrichtendienst Twitter gab die Ministerin am Freitagabend bekannt, sie werde den Vorschlag der EU-Kommission unterstützen. Danach wird die Anwendung der Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam für alle Kulturen im Freiland verboten.

Nur in Gewächshäusern sollen Neonicotinoide noch eingesetzt werden dürfen.

Abstimmung über Neonicotinoide am 27. April

Klöckner begründet ihre Haltung mit der wissenschaftlichen Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Die EFSA hatte ihre Gutachten zu den drei Wirkstoffen Anfang des Jahres aktualisiert. Danach stellt die Mehrzahl der Einsätze von Neonicotinoiden ein Risiko für Wild- und Honigbienen dar.

Die EU-Mitgliedstaaten werden am 27. April im Fachausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (PAFF) über eine Einschränkung der Wirkstoffzulassung abstimmen.

Auch Österreich unterstützt ein Freilandverbot

Außer Deutschland hat auch Österreich signalisiert, für ein Verbot der Neonicotinoide einzutreten. So kündigte die Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger, die auch für Landwirtschaft zuständig ist, an: "Österreich wird auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse, der EFSA-Studie, aber auch der Zwischenergebnisse eigener Untersuchungen, einem Verbot der drei Wirkstoffe zustimmen."

Betroffen von einem Totalverbot im Freiland wären vor allem Rübensaatgut und Pflanzkartoffeln. Raps- und Maisbeizen mit neonicotinoiden Wirkstoffen sind bereits verboten.

Weiterhin hat sich Klöckner über ein Glyphosat-Verbot geäußert. Im Streit um den herbiziden Wirkstoff soll sich Klöckner in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung skeptisch über ein Verbot geäußert haben. Dies dementiert sie: Sie halte sich an den Koalitionsvertrag.

Mit Material von aiz, dpa

To-Dos für Julia Klöckner aus dem Koalitionsvertrag

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