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Ökologische Landwirtschaft

Klöckner wünscht sich „Hybrid" zwischen Bio und konventionell

Klöckner und Godall
am Mittwoch, 12.02.2020 - 15:06 (Jetzt kommentieren)

In Nürnberg eröffnet Julia Klöckner heute die 31. BioFach und sprach von einer „Hybrid-Landwirtschaft" aus Bio- und konventionellem Anbau. Der Ökolandbau müsse produktiver und die konventionelle Anbauweise ressourcenschonender und tierwohlgerechter werden, erklärte die Bundeslandwirtschaftsministerin.

Klöcker BioFacheröffnung

Zur Messe stellte die Ministerin zudem Ergebnisse aus dem diesjährigen Ökobarometer zum Konsum von Biolebensmitteln in Deutschland vor. 

  • Jeder zweite gibt an, regelmäßig Bioprodukte zu kaufen – 2018 waren es nur 28 Prozent. 
  • Mehr als 90 Prozent geben an, zukünftig zumindest gelegentlich zur Biovariante greifen zu wollen. 
  • Neben der fairen Produktion der Lebensmittel (88 Prozent), sind vor allem die Regionalität (86 Prozent) und der Bioaspekt (79 Prozent) den Befragten am wichtigsten, wenn es um den wöchentlichen Einkauf geht.

Nach Expertenschätzungen ist die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln weiter steigend. Der Umsatz liegt bei fast zwölf Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 9,7 Prozent. Klöckner erklärte weiter: „Als Politik schaffen wir die Rahmenbedingungen für eine flächendeckend zukunftsorientierte Anbauweise – ob ökologisch oder konventionell. Zum Beispiel mit unserer Ackerbaustrategie, die wir Ende des vergangenen Jahres vorgelegt haben.“ 

Ruf nach mehr Förderung aus den Verbänden

Einigen Vertretern der Bio-Branche gehen die Bemühungen der Bundesregierung nicht weit genug. „Wenn Bundesministerin Klöckner das 20 Prozent-Öko-Ziel des Koalitionsvertrages erreichen will, dann muss deutlich mehr in Öko-Forschung investiert werden", erklärt Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bio-Spitzenverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

Er fordert eine klarere Fokussierung des Bundesprogramms Ökolandbau wieder zurück auf die reine Bio-Landwirtschaft. 

Landwirte wären bereit für Umstellung

Laut Situationsbericht des Deutschen Bauernverbands ist das Interesse der Landwirte an einer Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung zunehmend hoch. Im Dezember 2019 konnten sich 18,4 Prozent der Landwirte eine Umstellung auf Ökolandbau vorstellen.

„An den Bauern wird es nicht scheitern, wenn der Markt unsere heimischen Öko-Produkte aufnimmt", fasste der DBV-Öko-Beauftragte und Brandenburger Bauernpräsident Hendrik Wendorf zusammen. „Die Bauern stellen um, wenn die Vermarktung und das Öko-Preisniveau gesichert sind." 

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