Login
Weidehaltung

Koalition beschließt bundesweites Wolfsmanagement

Wolf frisst Schaf
Thumbnail
Katharina Krenn, agrarheute
am
02.07.2018

Der Schutz von Weidetieren vor dem Wolf rückt auf Bundesebene weiter in den Fokus. Der Bundestag beschloss jetzt eine Überarbeitung des Wolfsmanagements.

Der Bundestag beschloss am vergangenen Donnerstag (28.6.) einen Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD für ein bundesweit abgestimmtes Wolfsmanagement. Darin wird die Bundesregierung dazu aufgefordert, den Weidetierhaltern die Präventionskosten, aber auch die durch Wolfsübergriffe entstandenen Schäden künftig schneller und unbürokratischer zu ersetzen. Verlangt wird auch eine bessere Unterstützung für die Weideschäferei. Ein Antrag der Linksfraktion zur Einführung einer Weidetierprämie scheiterte jedoch ebenso wie weitere Oppositionsanträge zum Herdenschutz.

So soll das Management verbessert werden:

Im Rahmen einer Überarbeitung der Managementpläne soll ein geeigneter Kriterien- und Maßnahmenkatalog für die Entnahme auffälliger Wölfe entwickelt werden.

  • Erleichtert werden soll auch der Einsatz von Herdenschutz- und Hütehunden.
  • Der Bund wird aufgefordert, gemeinsam mit den Nachbarstaaten eine Analyse der mitteleuropäischen Wolfspopulation durchzuführen, um Migrationsbewegungen und den genetischen Austausch mit anderen Beständen abzuklären.
  • Zusätzlich soll die Bundesregierung bei der Europäischen Kommission auf eine Überprüfung des Schutzstatus des Wolfes drängen. Damit soll in Abhängigkeit vom Erhaltungszustand geklärt werden, ob eine notwendige Bestandsreduktion herbeigeführt werden kann.

Reaktionen auf Beschluss

Im Vorfeld des Beschlusses, hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner erklärt: Notwendig sei ein gemeinsamer Kriterien- und Maßnahmenkatalog, der Rechtssicherheit und Klarheit zur Entnahme von Wölfen biete, so Klöckner. Der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL), Jürgen Lückhoff, erkennt es als Fortschritt an, dass sich der Bundestag „endlich mit dem Problem Wolf und den Sorgen der Weidetierhalter, insbesondere der Schafhalter, befasst“. Er bezweifelt allerdings die nach seiner Ansicht eher zu niedrig geschätzte Zahl von rund 60 Rudeln in Deutschland. Er fordert verbindliche Obergrenzen für den Wolf.

Der vom Bundestag beschlossene Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD zum bundesweiten Wolfsmanagement wurde von Tierhaltern und Naturschützern gleichermaßen begrüßt, wenn auch die Bewertungen im Detail auseinandergehen. Der Bundesgeschäftsführer vom Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Mit Material von AgE

Hätten Sie's gewusst? 14 Fakten zum Wolf

Wolf mit Beute
Wolfsrudel
Wolfsauge
Wolfspaar
Rennender Wolf
Drohender Wolf
Wolf mit Schaf
Boeser Wolf
Wolfsportrait
Schwarzer Wolf
Wolf Ziel
Wolfsohr
Heulender Wolf
Aztekenmasken
Auch interessant