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Greening 2018

Kommission für PSM-Verbot für größkörnige Leguminosen auf ÖVF

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Katharina Krenn, agrarheute
am
20.02.2017

Für das Greening 2018 sieht ein Vorschlag der EU-Kommission derzeit ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen für größkörnige Leguminosen vor.

Die EU-Kommission hat ihren Revisionsvorschlag der EU-Greening-Verordnung an Rat und Parlament überstellt, womit nun die zweimonatige Einspruchsfrist beider Institutionen begonnen hat. Das Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) ist darin nach wie vor gerade für ÖVF-Leguminosen enthalten, wie der Bayerische Bauernverband schreibt.

  • In dem Vorschlag ist nur der Pflanzenschutz für Gras-Untersaaten oder für Mischkulturen (z.B. Getreide als Hauptfrucht und Leguminosen als Untersaat) ab 8 Wochen nach der Ernte der Hauptfrucht oder unmittelbar zur Saat einer nachfolgenden, zweiten Hauptfrucht vorgesehen.
  • Für größkörnige Leguminosen wie z. B. Ackerbohnen, Sojabohnen oder Erbsen sieht der Kommissionsvorschlag ein Verbot einer bedarfsweisen Anwendung von Pflanzenschutz vor.

Die von der EU-Kommission im letzten Moment noch eingeführten Änderungen im Verordnungsentwurf (Einsatz von Pflanzenschutzmitteln acht Wochen nach Ernte der ersten Hauptfrucht sowie direkt vor Einsaat der zweiten Hauptfrucht) beziehen sich nur auf untergesäte Leguminosen im Sinne von Zwischenfrüchten und auf die Gras-Untersaaten, nicht aber auf Reinsaaten von ÖVF-Leguminosen.

Für Brachflächen ist ein Verbot für mindestens sechs Monate vorgesehen. Die Details dazu sollen von den Mitgliedstaaten geregelt werden.

Des Weiteren enthält der Kommissionsbeschluss eine Reihe von Vereinfachungen, wie etwa die Abschaffung des vorgegebenen Aussaattermins für Zwischenfrüchte oder die Erlaubnis, Saatmischungen von stickstoffbindenden Pflanzen einsetzen zu dürfen.

Rat und Parlament können Veto einlegen

Wie ein Sprecher der Behörde nach der Kommissionsentscheidung gegenüber AgraEurope feststellte, sollen mit der Revision die Legitimität und die Glaubwürdigkeit der Maßnahmen verbessert werden. Gegen den delegierten Rechtsakt der Kommission können das Europaparlament sowie auch der Ministerrat innerhalb der nächsten zwei Monate ihr Veto einlegen. Diese Frist kann nochmals um zwei Monate verlängert werden. Änderungen sind allerdings nicht mehr möglich, nur die Ablehnung der gesamten Rechtsakte.

Die neuen Greening-Vorgaben sollen ab dem 1. Januar 2018 greifen.

'Eiweißanbau wird gebremst'

Auf Zustimmung trafen die geplanten Einschränkungen beim Europaabgeordneten Martin Häusling. Der Einfluss auf die Eiweißproduktion sei gering, da der Anteil des Anbaus auf ÖVF vergleichsweise niedrig sei, erklärte der Grünen-Politiker.

Dagegen kritisierte der CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Jahr die vorgesehenen Auflagen. Er beklagte, dass dadurch der heimische Eiweißanbau entscheidend geschwächt würde. Alle übrigen Maßnahmen begrüßte Jahr jedoch ausdrücklich.

Korrektur: In einer älteren Version des Textes war die Rede davon, dass in dem Verordnungsentwurf das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen für Leguminosen und Untersaaten ab dem Zeitpunkt der Ernte der Hauptfrucht für mindestens acht Wochen oder bis zur Aussaat der nächsten Hauptfrucht untersagt werden soll. Der Hinweis auf das Verbot einer bedarfsweisen Anwendung von Pflanzenschutz für großkörnige Leguminosen fehlte. (Anm. der Redaktion)

Mit Material von AgE, BBV

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