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EU-Agrarreform

Kommissionspläne würden ein Fünftel der Einkommen kosten

Gebäude der EU-Kommission in Brüssel
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
01.06.2018

Die Vorschläge der Europäischen Kommission zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und zum kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) würden die Einkommen der europäischen Landwirte um 16 bis 20 Prozent drücken.

Zu diesem Ergebnis kommt die Brüsseler Denkfabrik „Farm Europe“. Wie diese heute mitteilte, wären durch die vorgeschlagene Kürzung des GAP-Budgets Einkommensverluste von im Schnitt mehr als 8 Prozent zu erwarten, wobei für die Produktion von Ackerfrüchten sowie von Fleisch und Milch mit besonders schwerwiegenden Folgen zu rechnen sei.

Wie Farm Europe weiter ausführt, geht die Brüsseler Behörde in ihrer eigenen Folgenabschätzung zur GAP-Reform von Einschnitten in einer Höhe von 8 bis 10 Prozent aus, je nachdem wie die Mitgliedstaaten den zu erwartenden Spielraum im Rahmen der GAP nach 2020 nutzen.

Massiver Strukturwandel die unausweisliche Folge

Zusammengenommen würden die Pläne einen „unausweichlichen und massiven“ Strukturwandel in der europäischen Agrarlandschaft herbeiführen, der mit zahlreichen Betriebsaufgaben, lokalen Intensivierungen und der Ausbreitung von Holding-Strukturen einhergehen werde, so die Brüsseler Denkfabrik.

Sie sieht damit die Anstrengungen um eine Agrarwende hin zu mehr Nachhaltigkeit hinsichtlich der ökologischen und ökonomischen Belange konterkariert. Durch die Verlagerung der Verantwortung in die Mitgliedstaaten werde zudem im Umweltbereich ein Anreiz für weniger strikte Regularien geschaffen, warnt Farm Europe. Auch sei damit zu rechnen, dass dann sowohl Investitionen als auch der Generationenwechsel ausgebremst würden.

Mit Material von AgE
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