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Gemeinsame Agrarpolitik

Konsultation zur Zukunft der GAP: Nur 7 % der Teilnehmer sind Landwirte

Landwirt
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
09.05.2017

Im Rahmen der Online-Konsultation zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind insgesamt mehr als 320.000 Eingaben vorgenommen worden. Nur 7 Prozent davon von Landwirten.

Im Rahmen der Online-Konsultation zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind insgesamt mehr als 320.000 Eingaben vorgenommen worden. Wie die Europäische Kommission am vergangenen Mittwoch mitteilte, beziehen sich diese vorläufigen Zahlen auf alle Antworten, die bis zum 2. Mai aus den 28 EU-Mitgliedstaaten eingegangen sind. Lediglich 7 Prozent (%) der Teilnehmer seien Landwirte gewesen, berichtete die Brüsseler Behörde.

Eine erste Analyse deute darauf hin, dass eine Reihe von Antworten über verschiedene Online-Plattformen von Interessengruppen eingereicht worden sei.

GAP-Konsultation: Fast die Hälfte der Antworten aus Deutschland

Die relative Mehrheit der Eingaben stammt der Kommission zufolge mit fast 46 % aus Deutschland, gefolgt mit weitem Abstand von Frankreich mit rund 13 % und Italien mit 12 %. Aus Spanien nahmen 8 % teil, aus Belgien 6 % und aus Österreich 2 %. Die Mitgliedstaaten aus Osteuropa hätten sich dagegen kaum beteiligt. Auch bei den Briten sei die Beteiligung mit 0,6 % an den Eingaben gering ausgefallen, stellte die Kommission fest. Bei 97 % der Antworten habe es sich um einzelne Personen gehandelt, bei 3 % um Organisationen.

Die EU-Behörde hatte den Online-Fragebogen über die Zukunft der GAP nach 2020 im Zeitraum 2. Februar bis 2. Mai 2017 freigeschaltet. Sie werde nun eine vollständige Analyse der Antworten durchführen, kündigte die Kommission an. Die ersten Ergebnisse dazu würden am 7. Juli vorgelegt.

Umweltverbände mobilisieren massiv

Umweltverbände in Deutschland hatten auf die große Resonanz verwiesen, auf die ihre Kampagne im Rahmen der Online-Konsultation gestoßen sei. Die Kampagne war unter anderem vom Deutschen Naturschutzring (DNR), vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland sowie von BirdLife unterstützt worden. Insgesamt hätten hierdurch 258.708 Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit genutzt, sich zur Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik zu äußern.

Im Vorfeld der letzten GAP-Reform seien insgesamt lediglich 6.000 Beiträge in Brüssel eingegangen, berichteten die Verbände.

DBV: Aussagen der Landwirte nicht "weggewichten"

Der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Hemmerling, kritisierte gegenüber Agra Europe, dass der weit überwiegende Teil der Antworten über „halbautomatisierte“ Internet-Plattformen der Umweltverbände und anderer Nichtregierungsorganisationen mobilisiert worden sei. Hemmerling forderte die EU-Kommission dazu auf, dies bei der Auswertung der Antworten zu berücksichtigen.

Die Antworten der Landwirte dürften nicht statistisch „weggewichtet“ werden, sondern müssten gesondert ausgewertet werden, erklärte Hemmerling. Zudem stellte der stellvertretende DBV-Generalsekretär im Rückblick auf die Konsultation kritisch fest, dass viele Landwirte den von der Kommission vorgelegten Fragebogen als umständlich empfunden hätten und viele der Fragen zum Teil suggestiv formuliert gewesen seien.

Mit Material von Agra Europe
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