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Tierwohl

Kontrolldichte in Betrieben: Landvolk kontert Grünen

Betriebskontrolle
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Anke Fritz, agrarheute
am
24.07.2018

Die Grünen fordern eine höhere Kontrolldichte in Nutztierbeständen. Das Landvolk Niedersachsen hält das für praxisfern und wirft den Grünen fundamentales Misstrauen vor.

Auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zu den Kontrollen von Nutztierbeständen hat die Bundesregierung Anfang Juli geantwortet. Die Grünen monieren nun unter Verweis auf die Daten in der Antwort, dass es 2017 bei jeder fünften Kontrolle zu einer Beanstandung gekommen sei.

Bei 29.845 Untersuchungen habe es 6.127 Beanstandungen gegeben. Dabei sei es in Niedersachsen in fast 40 % der Fälle zu Bemängelungen gekommen. Bundesweit habe man in 20 % der Fälle Ordnungswidrigkeits- oder Strafverfahren eingeleitet.

Mit Blick auf die Kontrollhäufigkeit verwiesen die Grünen auf Bayern, wo ein Betrieb rein rechnerisch nur alle 48 Jahre kontrolliert werde. Die Grünen mahnten eine höhere Untersuchungsdichte an und beklagten eine aus ihrer Sicht zu hohe Beanstandungsquote bei den Kontrollen.

Landvolk hält höhere Kontrolldichten für betriebsfern

Erhebliche Zweifel an der angeblich mangelnden Kontrolldichte bei niedersächsischen Tierhaltern äußert dagegen Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke.

Das Landvolk Niedersachsen weist in einer Stellungnahme die Kritik der Grünen zurück und betont, dass eine höhere Kontrolldichte auf landwirtschaftlichen Betrieben praxisfern sei. „Wollen die Grünen nun auch noch jedem Hobbyhalter mit zwei Schafen oder fünf Hühnern einen Kontrolleur aufs Grundstück schicken“, hinterfragt der Landvolkpräsident die Äußerungen.

Amtsveterinäre sind nur ein Teil des Kontrollsystems

Der Verbandspräsident gab zu bedenken, dass neben den Amtsveterinären weitere Überwachungsinstanzen regelmäßig auf den Betrieben auftauchten. Dazu zählten beispielsweise die Cross-Compliance-Kontrolleure der Landwirtschaftskammer sowie die verschiedenen Inspektoren der Qualitätssicherungssysteme wie QS. Größere Nutztierhalter schlössen zudem einen Betreuungsvertrag mit einem Tierarzt ab.

Landvolkpräsident wirft Grünen „fundamentales Misstrauen“ vor

Der Landvolkpräsident wirft den Grünen auch vor, dass sie bei ihrer Kritik an „zu vielen“ Beanstandungen über die Tatsache hinwegsähen, dass die amtlichen Kontrollen auf einem risikobasierten Anlass fußten.

Schulte to Brinke sieht bei den Grünen-Politikern ein „fundamentales Misstrauen“ gegenüber jeglicher Form landwirtschaftlicher Nutztierhaltung, denn nach dem Empfinden der Bauern gäben sich die Kontrolleure „die Klinke in die Hand“.

Mit Material von AgE
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