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Krach um das Wolfsmanagement in Brandenburg

Ein Wolf in Brandenburg
am Freitag, 30.10.2020 - 11:09 (Jetzt kommentieren)

In Brandenburg haben die Landnutzerverbände die Kooperation mit der Regierung beim Wolfsmanagement im Streit beendet.

Nach eigenen Angaben beschlossen die im Forum Natur Brandenburg organisierten Verbände des ländlichen Raumes in Potsdam, sich mit sofortiger Wirkung aus allen Gremien des brandenburgischen Wolfsmanagements zurückzuziehen.

Anlass ist eine Sitzung der „Grundsatz Arbeitsgruppe Wolf“ im brandenburgischen Landwirtschaftsministerium. Nach Auffassung der Landnutzer sind diese Sitzungen zu „reinen Alibiveranstaltungen“ ohne Gestaltungsmöglichkeit für die Teilnehmer „verkommen“. So sei den Verbänden mit der Einladung zur jüngsten Sitzung eine von Landwirtschaftsminister Axel Vogel bereits unterschriebene Richtlinie für die Schadensprävention vorgelegt worden, in der lediglich noch das Datum gefehlt habe.

Auf der Sitzung sei außerdem die dringend notwendige Debatte um die Novelle der brandenburgischen Wolfsverordnung vom zuständigen Referatsleiter damit eingeleitet worden, dass über keine von den Verbänden angeregte Neuregelung auch nur nachgedacht werden könne.

Bauernverband will realitätsferne Politik nicht mittragen

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„Von nun an übernehmen die Landesverwaltung und die sie darin unterstützenden Organisationen die alleinige und volle Verantwortung für das Wolfsmanagement“, erklärte der Präsident des Landesbauernverbandes (LBV) Brandenburg und Vorstand im Forum Natur, Henrik Wendorff. Nach seiner Darstellung ist es den Verbandsmitgliedern und auch den Bürgern gegenüber nicht mehr zu verantworten, „die völlig realitätsferne Wolfspolitik des Landes bezüglich der weiteren Ausbreitung der Wolfsbestände mitzutragen“.

Die Freien Bauern hatten schon in der vergangenen Woche ihren Auszug aus der Arbeitsgruppe verkündet. 

Keine weiteren Alibiveranstaltungen zum Wolf

„Alibiveranstaltungen, die eine Beteiligung von Verbänden lediglich vorgaukeln sollen, um am Ende so zu verfahren, wie man es vom ersten Tag an vorhatte, wird es mit uns nicht mehr geben“, kündigte der Präsident des Landesjagdverbandes und Vorstand im Forum Natur, Dr. Dirk-Henner Wellershoff, an.

„Wenn die Verwaltung weiterhin nach dem Grundsatz verfährt, was interessieren uns die Nöte der Landnutzer, gleichwohl annähernd jedes Land in dieser Welt mit Wolfvorkommen ganz andere und teils deutlich konfliktfreiere Wege geht, so muss die Landesregierung für diese Politik die Verantwortung selbst übernehmen“, stellte der Vorsitzenden des Waldbesitzerverbandes, Thomas Weber, ergänzend klar. Die Verbände wollen erst wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, „wenn die Verwaltung an der Expertise der Betroffenen interessiert ist“.

Mit Material von AgE

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