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Ackerbaustrategie

Kurz vor Klöckner veröffentlicht Schulze eigene Eckpunkte zum Ackerbau

Gülleausbringung
am Freitag, 13.12.2019 - 10:04 (1 Kommentar)

Umweltministerin Svenja Schulze, SPD, veröffentlicht kurz vor Agrarministerin Julia Klöckner, CDU, eigene Eckpunkte zum künftigen Ackerbau. Die Empfehlungen zum Schutz von Boden, Wasser, Luft, Klima und Artenvielfalt sollen in die nationale Ackerbaustrategie einfließen.

Die zentrale Botschaft des Expertenpapiers: Zum Schutz von Boden, Wasser, Luft, Klima und biologischer Vielfalt ist mehr Nachhaltigkeit im Ackerbau nötig. Die Empfehlungen sollen in die Beratungen zu einer nationalen Ackerbaustrategie einfließen. Die ist im Koalitionsvertrag vereinbart. Kabinettskollegin Julia Klöckner will kommende Woche eine eigene Ackerbaustrategie veröffentlichen. 

Eigene Experten aufgefahren

Zwei Praktiker und fünf "Experten", unter anderem vom Umweltbundesamt und dem Bundesamt für Naturschutz, sprechen sich dafür aus, den Ackerbau wieder als komplexes System mit geschlossenen Nährstoffkreisläufen, weiten Fruchtfolgen und einem umweltverträglichen Pflanzenschutz zu verstehen.

Verfasst sind die Eckpunkte von Dr. Ralf Bloch, Dr. Knut Ehlers, Dr. Maximilian Hofmeier, Dr. Moritz Nabel, Holger Pfeffer, Sabrina Scholz und Jan Wittenberg.

Hier finden Sie die Ackerbaustrategie des Umweltministeriums

Dialog mit allen Beteiligten

"Sowohl die Initiativen zum Insektenschutz als auch die derzeitigen Proteste von Landwirten zeigen, dass Landwirtschaft und Umweltschutz erhebliche Wechselwirkungen haben", sagt Schulze. "Wie wir den Ackerbau der Zukunft nachhaltig gestalten können, dazu brauchen wir einen Dialog mit allen Beteiligten."

Ein grundlegender Wandel in der Landwirtschaftspolitik und -förderung müsse stattfinden, denn maximale Erträge und eine intakte Umwelt seien gleichzeitig nicht möglich. Bei diesem Wandel dürften die Landwirt nicht alleine gelassen werden. "Öffentliches Geld und Politikanreize sollten stärker auf die öffentlichen Leistungen der Bauern ausgerichtet werden", ist die Meinung des Bundesumweltministeriums.

Handel und Verbraucher stärker einbeziehen

Um die Umweltziele im Ackerbau berücksichtigen zu können, sollten nach Ansicht der Autoren des Eckpunktepapiers Handel und Verbraucher verstärkt Verantwortung übernehmen. Sie müssten Landwirten "faire Lebensmittelpreise" bieten.

Beratung und Ausbildung müssten verbessert werden, um wieder ein Systemverständnis in der Landwirtschaft zu erreichen. Zudem müssten besonders die Fördermittel der EU-Agrarpolitik zielgerichtet dafür eingesetzt werden, die richtigen Rahmenbedingungen für diesen Wandel zu schaffen.

Kommende Woche folgt die Strategie von Klöckner

Kommende Woche stellt Agarministerin Klöckner ihre Ackerbaustrategie vor. Dabei will sie auch Demonstrationsprojekte präsentieren. Beim Ackerbau geht es auch ihr um den Schutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Ebenso spiele eine bessere Bodenbearbeitung eine Rolle. Die Übernutzung und Erosion von Böden setze große Mengen CO2 frei. Als zweitgrößter Kohlenstoffspeicher ist der Boden zugleich ein Klimaschützer.

Fest steht: Landwirte haben selbst Interesse an einem nachhaltigen Ackerbau. Sie sind auf fruchtbare Böden, verlässliche klimatische Bedingungen und eine hohe Biodiversität angewiesen.

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