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Land schafft Verbindung für Verringerung der Milchmenge

Melken-Melkgeschirr-Hand-Kuh-Laktation
am Montag, 11.05.2020 - 11:19 (Jetzt kommentieren)

Für eine Verringerung der Milchmenge gegen Entschädigung haben sich Vertreter von Land schafft Verbindung Deutschland ausgesprochen.

„Um wieder ein Marktgleichgewicht von Angebot und Nachfrage herzustellen, ist es derzeit die beste Lösung, die erzeugten Milchmengen an den aktuell niedrigeren Verbrauch anzupassen“, erklärte Jann Petersen von der Fachgruppe Milch der Landwirtschaftsbewegung „Land schafft Verbindung Deutschland“ (LsV). Hingegen würde die derzeit geplante private Lagerhaltung von Milchprodukten das Preistal nur verlängern.

„Mittlerweile rufen immer mehr Molkereien ihre Milcherzeuger dazu auf, die Anlieferungsmengen zu reduzieren.“ berichtete Martin Schmidt, ebenfalls von der LsV-Fachgruppe Milch. Die Molkereien würden Milch derzeit untereinander nur noch für 20 Cent/Liter handeln.

Andresen verweist auf marginale Kosten

LsV-Sprecher Dirk Andresen wies darauf hin: „Für den Anreiz einer freiwilligen EU-weiten Reduktion der Milchmenge um fünf Prozent werden monatlich gerade 160 Millionen Euro benötigt. Angesichts von hunderten Milliarden geplanten Euro zur Bewältigung der Corona-Auswirkungen ist das marginal.“

Wenn der Bevölkerung die Systemrelevanz ihrer Landwirtschaft wirklich ernst sei, müssten die Agrarminister nun schneller und beherzter als in der Krise 2016 handeln.

Früheres Abmelken ist leicht umsetzbar

Jann Petersen erläuterte, dass mit einfachen Maßnahmen wie dem früheren Abmelken der Kühe eine Reduktion der Milcherzeugung um bis zu sieben Prozent schnell möglich sei, ohne ein Tier zu schlachten. Bei einer Verbesserung der Marktlage könnten die Milcherzeuger so innerhalb von vier Wochen auch wieder die Produktion normalisieren. Eine Verringerung von 20 Prozent, wie von einigen Molkereien gefordert, sei hingegen einzelbetrieblich schlicht untragbar.

Mit Material von LsV Deutschland

Sollten die Milchviehhalter die Produktion drosseln, um in der Corona-Krise ein Überangebot zu vermeiden?

Ja, die Menge muss ingesamt runter.
33% (630 Stimmen)
Ich finde, das sollte jede Molkerei mit ihren Erzeugern für sich entscheiden.
25% (475 Stimmen)
Das wird sowieso nicht funktionieren, weil nicht alle mitmachen.
25% (473 Stimmen)
Nein, die EU sollte viel besser die private Lagerhaltung fördern.
4% (77 Stimmen)
Das ist nicht nötig, denn die Nachfrage der Großverbraucher wird in zwei bis drei Wochen wieder anspringen.
14% (261 Stimmen)
Stimmen gesamt: 1916
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Kommentare

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