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Demo

Landwirte fordern eine Lösung beim Thema Ferkelkastration

Demo Ferkelkastration
am Freitag, 21.09.2018 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Vor dem Bundesrat in Berlin demonstrieren aktuell Tierschützer und Landwirte. Grund dafür ist die heutige Abstimmung über das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration. Anträge für eine Übergangsfrist haben bisher keine Mehrheit erhalten.

Tierschützer Ferkelkastration

Eine überschaubare Gruppe von Peta-Anhängern, mit Ferkelmasken, weißen Unterhosen und roten Flecken darauf, forderten vor dem Bundesrat ein Stopp der Ferkelkastration. Gute 30 Meter weit entfernt machten sich Landwirte und Verbandsmitglieder des Deutschen und Bayerischen Bauernverbands für den vierten Weg stark.

 

Einsatz von Lokalanästhetika bei der Ferkelkastration

BBV, DBV Demo

Grund für die Demonstration beider Seiten ist die Abstimmung im Bundesrat über das  Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration. Mehrere Anträge, in denen eine Übergangsfrist vorgeschlagen worden war, hatten im Agrarausschuss bekanntlich keine Mehrheit erhalten.

Daraufhin hatten Niedersachsens CDU-Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast als auch Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Agrarressortchef Dr. Till Backhaus angekündigt, sich noch mit Nachdruck um eine Lösung bemühen zu wollen.

Nun hat Rheinland-Pfalz einen Entschließungsantrag eingebracht, in dem die Bundesregierung gebeten wird, so bald als möglich zu prüfen, ob nicht die Betäubung bei der Kastration von männlichen Ferkeln im Alter von unter acht Tagen mittels Inhalationsnarkose durch andere Personen als Tierärzten erlaubt werden sollte.

Mit Blick auf den „vierten Weg“ heißt es in dem Antrag, dass bisher kein Lokalanästhetikum für die Ferkelkastration zugelassen sei. Die Bundesregierung wird gebeten, die derzeitigen Untersuchungen zu den Möglichkeiten des Einsatzes von Lokalanästhetika bei der Ferkelkastration mit höchster Priorität  zu unterstützen beziehungsweise selbst voranzutreiben. Für den Fall einer Zulassung eines Lokalanästhetikums soll sie die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um die Anforderungen an die Sachkunde der Landwirte zu regeln.
 

Kompensation der Dürrefolgen

Darüber hinaus finden sich auf der Tagesordnung des Bundesrates auch zwei Anträge zum Risikomanagement in der Landwirtschaft. Angesichts der Ernteausfälle durch die Dürre fordert Brandenburg die Bundesregierung auf, zügig eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage für landwirtschaftliche Betriebe einzuführen. Sie könne einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Agrarbetriebe leisten, heißt es darin.

Der Antrag Bayerns zielt auf eine Ausweitung der steuerbegünstigten Reinvestitionsmöglichkeiten auch auf bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Zudem sollte nach Ansicht des Freistaates ein Freibetrag für Gewinne aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Grundstücke geschaffen sowie das Instrument der Tarifglättung für Land- und Forstwirte ausgebaut und praxistauglicher ausgestaltet werden.

Mit Material von AgE

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