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Laschet oder Baerbock? Am besten weder noch

Armin Laschet und Annalena Baerbock
am Mittwoch, 21.04.2021 - 13:18 (2 Kommentare)

Die Nominierung von Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) als Kanzlerkandidaten bringt viele Landwirte auf die Palme.

Anfang der Woche haben zuerst die Grünen und kurz darauf auch die Union ihre Kandidaten für das Kanzleramt benannt für den Fall, dass sie aus der Bundestagswahl am 26. September als stärkste Fraktion hervorgehen. Armin Laschet setzte sich gegen Markus Söder (CSU) durch, Annalena Baerbock gewann gegenüber Robert Habeck (Grüne) die Oberhand.

Diese Personalien haben die politische Stimmung im Land sofort kräftig beeinflusst. Im RTL/ntv-Trendbarometer, das vom Marktforschungsinstitut forsa erhoben wird, fiel die Union prompt um 7 Prozentpunkte auf 21 Prozent. Die Grünen haben mit Baerbock hingegen offenbar die für sie richtige Entscheidung getroffen: Sie legten gegenüber der Vorwoche um fünf Prozentpunkte auf 28 Prozent zu. Damit rangieren die Grünen vor CDU/CSU auf Platz 1.

Aber wie denken Landwirte über die beiden Spitzenkandidaten? Auf den agrarheute-Facebookseiten haben die Nutzer in den vergangenen Tagen lebhaft über Laschet, Söder und Baerbock diskutiert. Wir haben einige Stimmen zusammengestellt.

"Der Weg ist frei für die Grünen"

Unter den Landwirten, die auf unseren Facebookseiten aktiv sind, macht der Nordrhein-Westfale Laschet kaum einen Stich. Die Tendenz der Kommentare ist eindeutig negativ. Siegfried H. ist zwar der Meinung: „Zum Glück nicht Söder“. Doch Rainer M. schreibt zur Ernennung Laschets: „Kann man mal machen wenn man nicht mehr regieren möchte. Der Weg für eine Grüne Kanzlerin wird geebnet.“ Auch Uwe B. vermutet: „Jetzt ist der Weg endgültig frei für die Grünen“.

Für Martin F. gilt: „Mit der Lachnummer vorne dran muss man sich selbst als Landwirt überlegen, ob man noch Union wählt.“ Das deckt sich mit unserer agrarheute-Sonntagsfrage, in der die FDP den meisten Landwirten wählbarer erscheint als die CDU.

In der aktuellen forsa-Umfrage waren fast zwei Drittel der Bundesbürger überzeugt, dass sich die Wahlchancen der Union durch die Nominierung Laschets verschlechtert haben.

"Die gibt der Landwirtschaft den Rest"

Fast dreimal so viele Kommentare wie mit Laschet beschäftigten sich mit der Ernennung Annalena Baerbocks. Die Reaktionen der Landwirte und Nutzer sind dabei stärker gemischt als beim CDU-Kandidaten. Viele Einträge sind eindeutig ablehnend. Nico K. stellt zu Baerbock fest: „Das Schlimmste, was uns Landwirten passieren kann.“ Herbert H. fürchtet das Aus für die Bauern und Wolfgang T. prognostiziert: „Die gibt der Landwirtschaft den Rest.“

Hingegen meint Philipp G., mit den Grünen habe die deutsche Landwirtschaft eine bessere Chance, nachhaltiger und zukunftssicher zu werden, als mit der aktuellen Regierung. Marcel M. ist sicher: „Sollte es tatsächlich im Herbst zu einer grünen Kanzlerschaft kommen, geht die Welt trotzdem nicht unter. Regierungsbeteiligung werden die Grünen in jedem Fall bekommen. Das bedeutet aber nicht, dass wir ab 2022 alle zu Fuß gehen müssen, dass die konventionelle Landwirtschaft beendet wird und dass es kein Fleisch mehr gibt.“ Marcel meint, sollen sich die Grünen doch mal in Verantwortung beweisen. Sie würden schon rechtzeitig feststellen, dass Vieles nicht von jetzt auf gleich umsetzbar sein werde.

 

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