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EU-Agrarreform

Löwenanteil des EU-Agrarhaushalts weiter für Direktzahlungen

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Norbert Lehmann, agrarheute
am
24.05.2018

Die Europäische Kommission will mindestens 60 Prozent der EU-Agrarförderung auch nach 2020 in der Ersten Säule belassen. Das geht aus einem vorläufigen Reformentwurf der Brüsseler Behörde hervor.

Nach dem noch internen Papier, das dem Pressedienst Agra-Europe vorliegt, sollen diese Mittel als „Basiseinkommen“ den Landwirten zur Verfügung gestellt werden.

Offiziell wird EU-Agrarkommissar Phil Hogan den Reformvorschlag am 1. Juni vorstellen.

Angleichung der Direktzahlungen vorgesehen

Aus dem Kommissionsentwurf geht  hervor, dass es - wie bereits zuvor angekündigt - eine weitere Angleichung der Höhe der Direktzahlungen zwischen den Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2027 geben soll. Danach sollen die Direktzahlungen auf mindestens 90 Prozent der durchschnittlichen Zahlungen aller EU-Länder angehoben werden.

Profitieren würden vor allem die drei baltischen Staaten. Deutschland, das bisher überdurchschnittlich hohe Gelder je Hektar erhalten hat, müsste diese dann zugunsten dieser Länder kürzen.

NABU warnt vor Sackgasse der Agrarpolitik

Laut Berechnungen des Naturschutzbundes Deutschlands (NABU) würden durch eine Festlegung von 60 Prozent der Mittel für die Erste Säule - wie von der Kommission geplant - 80 Prozent weniger Geld als bisher für Natur- und Umweltprogramme zur Verfügung stehen. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller bezeichnete dies als „Sackgasse“ für Landwirte und Umwelt.

Mit Material von AgE
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