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Aufreger

LsV betont Parteineutralität

Parkende Traktoren auf zweispuriger Straße
am Montag, 09.03.2020 - 16:34 (Jetzt kommentieren)

Immer wieder ist Land schafft Verbindung gezwungen, sich vom rechten Umfeld zu distanzieren. Und das tut sie auch.

Vergangene Woche gab die Sprecherin von Land schafft Verbindung (LsV), Niedersachsen Henriette Struß, der Deutschen Presseagentur (dpa) ein Telefoninterview. Es ging um die Bauernproteste, die Düngeverordnung und den Bauernverband. Und um die AfD. Das dpa-Interview wurde von mehreren Medien (SZ, NWZ Online) veröffentlicht und sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für Empörung.

AfD-Frage: Antwort wurde gekürzt

Struss

Am Ende des Interviews stellte der dpa-Journalist der Junglandwirtin eine Frage zu einer Aussage, die Struß im Februar gegenüber dem Politikmagazin Rundblick Niedersachsen äußerte. „Sie haben es zuletzt bewusst abgelehnt, Land schafft Verbindung von der AfD abzugrenzen. Warum?“, fragte der Journalist. „Warum sollte ich mich von irgendwem abgrenzen? Dann bin ich ja nicht mehr neutral. Mir ist es egal, wer die Entscheidungen trifft, wenn sich der Entscheidungsträger für die Landwirtschaft ausspricht“, so die von der dpa veröffentlichte Antwort.

Diese etwas undifferenzierte Aussage fällt der unerfahrenen LsV- Sprecherin nun auf die Füße. Was im Interview nicht zu erkennen ist: Struß Antwort wurde gekürzt und damit ohne Kontext gedruckt.

Hintergrund der Aussage

Im Interview erklärte sie dem Journalisten, wie es zu ihrer Aussage bei Rundblick Niedersachsen gekommen sei. „Es wurde uns unterstellt, wir seien nicht parteineutral, da wir die AfD nicht eingeladen hätten. Ich sagte, dass wir ausschließlich die Vorsitzenden des Agrarausschusses des Landtages Niedersachsens auf die Bühne geladen hatten. In diesem Falle FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Die Einladung für die Bühne bezog sich also auf die Position im Agrarausschuss. Denn wir sind auf diejenigen angewiesen, die unsere Interessen politisch mitgestalten können“, sagte Struß laut Statement gegenüber agrarheute.

„Beim Gegenlesen des fertigen Interviews ist mir nun der Fehler unterlaufen, dass der vorangegangene Sachverhalt nicht abgedruckt wurde. Ich habe in dem Moment nicht bedacht, dass der Leser dieses Hintergrundwissen nicht haben kann.“

LsV distanziert sich

„Ich lehne es generell ab, dass unsere Bewegung für parteipolitische Interessen genutzt wird, egal welcher politischen Richtung“, sagt Struß gegenüber agrarheute. Eine Distanzierung von parteipolitischer Einflußnahme durch die AfD bekräftigt auf Nachfrage von agrarheute auch Dirk Andresen, Bundessprecher von LsV Deutschland: „Land schafft Verbindung Deutschland hat aktuell keinerlei politische Gespräche mit der AfD und hat auch die AfD auf den Bühnen der Demonstrationen nicht sprechen lassen“, heißt es in seiner Sprachnachricht.

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