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LsV fordert wegen Corona-Krise „Kurzarbeitergeld“ für Milchkühe

Kühe auf dem Weg zum Melken
am Mittwoch, 15.04.2020 - 14:57 (2 Kommentare)

Die Corona-Krise belastet den Milchmarkt. Darum fordert Land schafft Verbindung Deutschland einen EU-weiten Ausgleich für nicht produzierte Milchmengen.

Die aus der Corona-Pandemie entstandenen Restriktionen haben gravierende Auswirkungen auf den Milchmarkt. Einige Molkereiprodukte sind derzeit nur schwer zu vermarkten, insbesondere für den Großhandel und den Export.
In dieser Situation fordern die Organisation Land schafft Verbindung Deutschland (LsV) und ihr österreichisches Pendant Landwirtschaft verbindet Österreich ein EU-weites Programm, mit dem eine freiwillige Verringerung der Milchmenge bezuschusst wird.

24 Cent für nicht angelieferte Milch

ife Rohstoffwert

Die freiwillige Drosselung gegen Ausgleich soll im zweiten Quartal 2020 gewährt werden, schlägt Landwirtschaft verbindet Österreich vor. Als Referenz soll die Liefermenge im gleichen Vorjahreszeitraum gelten. Jedes kg nicht gelieferte Milch soll für die ersten 25 Prozent Mengenreduktion mit 24 Cent/kg vergütet werden.

Sollte diese erste Stufe der Mengendrosselung nicht die gewünschte Marktwirkung entfalten, soll eine verpflichten Reduktion der Anlieferungsmenge EU-weit beschlossen werden.

Die Reduktionsmaßnahmen sollten nicht enden, bevor sich der Milchmarkt erholt hat. Als Kriterium schlagen beide Organisationen den Kieler Börsenmilchwert vor, der den Wert vom 15. Januar 2020 wieder erreicht haben sollte.

Private Lagerhaltung belastet den Markt mit Verzögerung

Nach Ansicht von LsV Deutschland und Landwirtschaft verbindet Österreich ist dieses „Kurzarbeitergeld für Kühe“ derzeit das Mittel der Wahl, um einen Verfall der Auszahlungspreise zu verhindern.

Eine öffentlich subventionierte Lagerhaltung halten die Organisationen hingegen für nicht zielführend. Die private Lagerhaltung wird sowohl vom Bundeslandwirtschaftsministerium als auch vom Deutschen Bauernverband (DBV) befürwortet.

Nach Einschätzung von LsV ist die Lagerhaltung aber ungeeignet, da sie zwar die Nachfrage erhöhen würde. Bei der Wiederauslagerung würde das verstärkte Angebot die Preise aber langfristig negativ beeinflussen.

Die Organisationen verweisen auf die bei der letzten Krise eingelagerten Milchpulvermengen, die noch bis 2019 den Markt belastet hätten.

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