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Steuer- und Sozialversicherungsrecht

Mehr Kindergeld und Steuerfreiheit im Jahr 2021

Vater und Sohn auf einem Zaun sitzend und über Grünfläche blickend
am Freitag, 27.11.2020 - 12:10 (Jetzt kommentieren)

In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde die Erhöhung des Kindergeldes um 15 Euro beschlossen. Außerdem wurden die Grenzen für steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers angehoben.

Kindergeld und Kinderfreibetrag angehoben

Der Bundesrat hat heute dem Zweiten Familien-Entlastungsgesetz zugestimmt. Damit wird zum 1. Januar 2021 pro Kind das Kindergeld um 15 Euro erhöht.

Das Kindergeld beträgt dann 

  • für das erste und zweite Kind 219 Euro,
  • für das dritte Kind 225 Euro und
  • für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250 Euro im Monat.

Um 288 Euro steigt der steuerliche Kinderfreibetrag, er beträgt dann 5.460 Euro.

Ebenfalls um 288 Euro erhöht wird der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes, er beträgt dann 2.928 Euro.

Durch die Anhebung des Grundfreibetrags sorgt das Gesetz dafür, dass das Existenzminimum der Steuerpflichtigen für den Veranlagungszeitraum 2021 steuerfrei bleibt. Der Grundfreibetrag steigt im nächsten Jahr auf 9.744 Euro und 2022 auf 9.984 Euro.

Mit dem Zweiten Familien-Entlastungsgesetz wird gleichzeitig die Wirkung der kalten Progression durch die Anpassung der Eckwerte des Einkommensteuertarifs ausgeglichen.

Für den Abzug von Unterhaltsleistungen nach dem Einkommensteuergesetz gibt es ab dem nächsten Jahr einen neuen Höchstbetrag.

Außerdem werden die automatisierten Kirchensteuereinbehalte bei Kapitalerträgen aktualisiert. Als Grundlagen dienen dazu bisherige Praxiserfahrungen.

Mehr Steuerfreiheit bei Arbeitgeberleistungen

Darüber hinaus stimmte der Bundesrat der Anpassung der Werte für die Sachbezüge im kommenden Jahr zu. Dazu wurde die Sozialversicherungsentgeltverordnung geändert. Diese legt fest, welche Leistungen des Arbeitgebers an seine Beschäftigten bei der Bemessung der Sozialversicherungsbeiträge nicht angesetzt werden. Hierzu gehören die vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellte Verpflegung und Unterkunft sowie Werte, die beim Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung zu berücksichtigen sind. Grundlage für die jährliche Anpassung ist die Verbraucherpreisentwicklung.

Angehoben werden 

  • der Monatswert für die Verpflegung von 258 auf 263 Euro,
  • der Wert für die Unterkunft oder die Mieten von 235 auf 237 Euro,
  • der Wert für die Wohnung von 4,12 auf 4,16 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise
  • von 3,37 auf 3,40 Euro pro Quadratmeter bei einfacher Ausstattung.

Bezugswerte für Sozialversicherung angepasst

Ebenfalls auf der Tagesordnung des Bundesrates stand die jährliche Arbeitseinkommenverordnung Landwirtschaft. Von dieser Verordnung betroffen sind landwirtschaftliche Betriebe, die keine Buchführung oder Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung nach steuerrechtlichen Vorschriften durchführen.

Um für diese Betriebe im kommenden Jahr ein Arbeitseinkommen ermitteln zu können, werden durch die Verordnung Rechengrößen und Bezugswerte festgelegt. Dies hat Auswirkungen auf die Beitragszuschüsse der landwirtschaftlichen Alterskasse beziehungsweise auf den Teil der Alterssicherung, der vom Bund übernommen wird.

Eine weitere heute vom Bundesrat beschlossene Verordnung – die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 – aktualisiert die Rechengrößen der Sozialversicherung für das nächste Jahr. Davon betroffen sind die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Konkret beeinflussen die neuen Bezugsgrößen beispielsweise

  • die Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung,
  • die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung,
  • die Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung und
  • die Beitragsberechnung von versicherungspflichtigen Selbständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Grundlage für die aktualisierten Bezugsgrößen ist die vom Statistischen Bundesamt ermittelte Lohn- und Gehaltsentwicklung im Jahr 2019. Bundesweit betrug die Lohnzuwachsrate im letzten Jahr 2,94 Prozent, in den alten Ländern stieg der Lohn um 2,85 Prozent.

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